Gewinnmitnahmen
Furcht vor Anschlägen belastet Wall Street

Die Furcht vor einem erneuten Anschlag in den USA und die jüngsten Konjunkturdaten haben die US-Aktienmärkte am Montag belastet.

Reuters NEW YORK. Nach den deutlichen Kursaufschlägen der Vorwoche nutzen die Anleger die Chance zu Gewinnmitnahmen, sagten Händler.

Der technologielastige Nasdaq-Index gab bis Handelsschuss 2,29 Prozent auf 1 701,59 Punkte nach. Der Standardwerte-Index Dow-Jones verlor 1,19 Prozent auf 10 229,50 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index büßte 1,33 Prozent auf 1091,87 Punkte ein.

Nach der Kursrally der Vorwoche sei mit einer schwächeren Tendenz gerechnet worden, hieß es. "Die Gewinnmitnahmen sind nachvollziehbar. Wir sind noch nicht bereit für einen lang anhaltenden Kursanstieg", sagte Larry Wachtel, Marktanalyst bei Prudential Securities. Der Nasdaq-Index hatte in der vergangenen Woche knapp neun und der Dow-Jones-Index gut vier Prozent zugelegt.

Die Anleger seien jedoch vorsichtig, nachdem die US-Geheimdienste am Wochenende vor der Möglichkeit weiterer Anschläge in den USA gewarnt hatten, sagten Händler. Die US-Geheimdienste sehen nach Angaben aus US-Regierungskreisen eine "Besorgnis erregende Zunahme von Aktivitäten" bei Extremisten, die auf einen neuen Anschlag größeren Ausmaßes in den USA hindeuten könnte. US-Vizepräsident Dick Cheney sagte dem Fernsehsender NBC, ein neuer Anschlag sei so gut wie sicher.

Frühindikatoren belasten

Für pessimistische Stimmung am Markt habe auch die Veröffentlichung der US-Frühindikatoren gesorgt, sagten Börsianer. Der Index ging nach Angaben des Wirtschaftsforschungs-Instituts Conference Board im April im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent zurück, nachdem er noch im März um 0,1 Prozent gestiegen war. Dies war der erste Rückgang des Indexes seit September 2001. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für den Berichtsmonat einen geringeren Rückgang um 0,2 Prozent erwartet. "Die Indikatoren zeigen, dass die Konjunktur sich ziemlich langsam erholt", erklärte Ken Goldstein, Chefvolkswirt des Conference Board.

Die Aktien des Softwareherstellers PeopleSoft gaben deutlich um rund 7,8 Prozent auf 21,84 Dollar nach. Das Unternehmen sieht nach Angaben des für den internationalen Bereich verantwortlichen Executive Vice President Guy Dubois weiterhin keinen nennenswerten Anstieg der Konsumausgaben. Die Aktien des Softwarekonzerns Microsoft büßten rund 3,6 Prozent auf 54,01 Dollar ein. Einem Bericht der "New York Times" zufolge will das Unternehmen eine Milliarde Dollar in den neuen Online-Spieldienst "Xbox Live" investieren. Der S&P Software Index gab 3,76 Prozent auf 409,64 Punkte nach.

Bei den Standardwerten verloren die Aktien des Foto- und Kamera-Konzerns Eastman Kodak 0,8 Prozent auf 34,55 Dollar. Die US-Investmentbank Salomon Smith Barney hatte zuvor ihre Bewertung der Papiere auf "Neutral" von "Outperform" zurückgenommen und dies mit den volatilen Umsätzen beim Filmverkauf in den USA begründet.

Die Aktien des Telekommunikationskonzerns Worldcom stiegen gegen den Trend um rund 10,2 Prozent auf 1,49 Dollar und waren der umsatzstärkste Wert an der Nasdaq. Nach einem Bericht der "Financial Times" hat das Unternehmen ein geändertes Finanzierungsprogramm im Volumen von 1,5 Milliarden Dollar abgeschlossen und verhandelt über ein größeres Kreditpaket.

An der New York Stock Exchange wechselten rund eine Milliarde Aktien den Besitzer. 1198 Werte legten zu, 1956 gaben nach, und 194 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,42 Milliarden Aktien 1202 im Plus, 2318 im Minus und 220 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 16/32 auf 97-19/32. Sie rentierten mit 5,189 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 23/32 auf 95-15/32 bei einer Rendite von 5,695 Prozent.

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