Gewinnmitnahmen prägten den Vormittag
Dax pendelt um den gestrigen Schlusskurs

Die deutschen Aktien haben sich am Donnerstag, am Tag nach der überraschenden Zinssenkung der US-Notenbank (Fed), Händlern zufolge von Gewinnmitnahmen belastet gezeigt, erholten sich aber gegen Mittag.

Reuters/ddp FRANKFURT. "Die Märkte haben in den vergangenen vier, fünf Tagen ordentlich zugelegt und dann kam am Ende noch die Zinssenkung der US-Notenbank. Das war alles eine sehr schnelle Bewegung nach oben und da werden momentan einfach Gewinne mitgenommen", sagte Markus Boelsing von der Hessischen Landesbank.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) lag am Mittag mit 6 169 Punkten 0,08 % unter seinem Vortagesschluss. Am Mittwoch hatte das Börsenbarometer rund 3,8 % zugelegt und ist damit in den vergangenen zwei Wochen um rund neun Prozent geklettert.

Umfrage unter Devisenhändlern

Einer Umfrage zufolge erwarten Devisenhändler in den USA nahezu einhellig eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik im Mai. 24 von 25 der befragten Händler gingen von einer weitere Zinssenkung von mindestens 25 Basispunkten bei dem Fed-Treffen am 15. Mai aus.

Den Ausblick für die Aktienmärkte machte Stefan Buchholz, Aktienhändler bei der DG Bank von der weiteren Entwicklung der US-Technologiebörse Nasdaq abhängig. "Wenn die Nadaq sich einigermaßen über die Marke von 2 000 Punkten hält, muss davon ausgeganen werden, dass der Markt jetzt von der Tendenz her weiterhin nach oben geht, weil doch viele sich im Moment sehr stark zurück gehalten haben und mit jedem Tag, wo der Markt fester nach oben geht, wird der Druck auf Fondsmanager größer. Die müssen dann nachziehen und kaufen den Markt nach oben."

Im Dax ragten die Titel von SAP mit einem Plus von mehr als 5,6 % auf 162,52 Euro hervor, was Händler auf gute Quartalszahlen des Softwarekonzerns zurückführten. Am Morgen hatte SAP mitgeteilt, im ersten Quartal 2001 seinen Gewinn stärker als von den Finanzmärkten erwartet gesteigert zu haben und für die kommenden Monate mit einem anhaltend starken Wachstum zu rechnen.

Auf der Verliererseite im Dax standen Infineon , die knapp 4 % auf 47,80 Euro verloren. Händler führten den Trend auf eine Mitteilung des französisch-italienischen Halbleiterherstellers ST-Microelectronics zurück, wonach der Halbleitermarkt in diesem Jahr um zehn bis 15 % schrumpfen wird, nachdem er im Vorjahr um 36 % gewachsen ist.
ST-Microelectronics kündigt Einstellungsstopp an

Zu den weiteren Verlierern gehörten die Titel der Deutschen Telekom sowie der Allianz und Münchener Rück , die im Schnitt um 2 % nachgaben.

Der Mdax gab um 0,3 % auf 4 598 Zähler nach.

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