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Gewinnmitnahmen setzen Dax unter Druck

Gewinnmitnahmen auf breiter Front sowie negative US-Konjunkturdaten haben am Donnerstag Händlern zufolge die deutschen Standardaktien belastet.Der Deutsche Aktienindex schloss 2,01 Prozent tiefer auf 6089,17 Punkten. Im Abwind befanden sich vor allem Technologietitel.

Reuters FRANKFURT. Gewinnmitnahmen auf breiter Front sowie negative US-Konjunkturdaten haben am Donnerstag Händlern zufolge die deutschen Standardaktien belastet. "Die momentane Konsolidierung des Marktes nach den jüngsten Kursgewinnen kommt nicht unerwartet", sagte Ralph Bachmann, Händler bei der Hessischen Landesbank. Am Markt gebe es eine mangelnde Kaufbereitschaft. Das Geschehen sei von dünnen Umsätzen geprägt gewesen, dadurch sei die Volatilität der Kurse höher. Andere Börsianer sagten, die am Nachmittag veröffentlichten US-Daten zur Arbeitslosenhilfe hätten den Markt zusätzlich unter Druck gesetzt. "Es scheint, dass die US-Wirtschaft doch langsamer wächst, als angenommen", sagte ein Frankfurter Händler. Der Deutsche Aktienindex schloss 2,01 Prozent tiefer auf 6089,17 Punkten. Im Abwind befanden sich vor allem Technologietitel.

In den USA notierten die Aktienmärkte kurz vor Börsenschluss in Frankfurt im Minus. Der Dow Jones-Index 30 führender Industriewerte gab um mehr als 1,1 Prozent auf 10.748 Punkte ab, der technologielastige Nasdaq-Index fiel um mehr als 3,4 Prozent auf 2143 Zähler. US-Händler sagten, die Daten des Arbeistministeriums über die Erstanträge für Arbeitslosenhilfe hätten erneut Sorgen über die Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums aufkommen lassen und damit die Börsen belastet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der Woche zum 28. April auf 421.000 von 412.000 in der Vorwoche.

Händler sagten, für die weitere Entwicklung am Markt warteten Marktteilnehmer auf die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Arbeitsmarktdaten in den USA. Im Dax bestimmten Kursverluste der Technologieaktien das Geschehen. Insbesondere Kurseinbußen bei der SAP-Aktie schickten den Index auf Talfahrt. Das Papier verlor mehr als 5,3 Prozent auf 165,50 Euro. "Die Aktie ist in der letzten Zeit etwas heiß gelaufen", sagte Rene Gorodsinsky, Aktienhändler bei der Baden Bank. -Württembergischen Der Wert hatte seit Anfang April um rund 70 Prozent zugelegt. Größter Verlierer waren allerdings die Titel der Siemens-Sparte Epcos, die nach Vorlage von im Rahmen der Erwartungen liegenden Quartalszahlen um 5,5 Prozent auf 69,70 Euro einbüßten. Der Hersteller passiver elektronischer Komponenten hatte die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr zum dritten Mal gesenkt. Die Titel der Deutsche Telekom gehörten ebenfalls zu den größten Verlierern mit einem Abschlag von mehr als 4,9 Prozent auf 27 Euro. Händler verwiesen auf den europäischen Trend für Telekomwerte. Der Dow Jones Euro-Stoxx Telekom-Index fiel um mehr als drei Prozent. Die Aktien der Deutschen Bank verbuchten trotz der am Morgen bekannt gegebenen positiven Geschäftszahlen ein Minus von 0,75 Prozent auf 89,52 Euro. Händler sagten, der allgemeine Markttrend habe den Wert belastet.

Die Titel von BMW, über weite Strecken des Tages einziger Gewinner im Dax, schlossen 0,08 Prozent tiefer auf 39,27 Euro. Händler sagten, der Wert sei auf Grund jüngster positiver Absatzzahlen weiterhin ein Favorit unter den Anlegern. Mit einem Minus von mehr als drei Prozent schlossen die Titel der Lufthansa, was Händler zum Teil auf den am Freitag stattfindenden Streik der Piloten des Unternehmens zurückführten. "Ein kurzer Streik ist eingepreist, sollte dieser aber länger dauern, könnte das die Aktie weiter belasten."

Am Neuen Markt lasteten Gewinnmitnahmen auf den Wachstumswerten. Der alle Werte des Segments umfassende Nemax-All-Share-Index schloss 5,06 Prozent tiefer, der Blue-Chip-Index Nemax50 fiel um 6,75 Prozent. Das Nebenwertesegment MDax sank um 0,71 Prozent.

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