Gewinnmitnahmen ziehen die Indizes ins Minus
Atempause an den US-Börsen

Nach der Rally in den vergangenen Tage präsentierten sich die US-Börsen gestern leichter. Investoren realisierten durch Verkäufe bei den am stärksten gestiegenen Titeln ihre Gewinne. Positiv fielen Erdöl-Unternehmen auf. Sie profitierten von einer sich abzeichnenden Einigung auf geringere Ölfördermengen.

aha NEW YORK. "Wir erleben eine ganz normale Pause," resümmierte Al Goldman vom Brokerhaus A.G. Edwards den Handel an den US-Börsen. "In acht Wochen ist die Nasdaq um 34 Prozent gestiegen ohne eine Korrektur, das ist sehr viel und sehr schnell", sagte er weiter. Nun haben die die Märkte eine Korrektur vollzogen. Die wenigen Händler, die vor den Thanksgiving-Ferien der US-Börsen am Donnerstag aktiv waren, realisierten durch Verkäufe ihre Gewinne.

Der Dow-Jones-Industrial-Index der 30 wichtigsten Standardwerte ging so mit einem Minus von 0,8 % aus dem Markt. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index verlor 2,8 % und der marktbreit gefasste Standard & Poor?s-500-Index gab 0,7 % nach. Insgesamt büßten 1692 Titel an Wert ein, dem standen 1441 Titel mit Kursgewinnen gegenüber. Es wechselten rund 1,3 Mrd. Aktien den Besitzer.

Selbst überraschend positive Konjunkturdaten konnten den Markt nicht beflügeln. Das Conference Board, ein renommiertes Institut der US-Wirtschaft hatte mitgeteilt, die Frühindikatoren zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung seien im Oktober um 0,3 % gestiegen. Wall-Street-Ökonomen hatten einen Rückgang um 0,1 % erwartet.

Kaum Wirkung zeitigte auch die Meldung, dass das US-Handelsdefizit im September um 31 % zurück ging. Es war der größte Rückgang seit Ermittlung der Daten auf der derzeitigen Basis im Januar 1992. Das Defizit sank auf saisonbereinigt 18,69 Mrd. $.

Den positiven Meldungen stand der recht pessimistische Konjunkturausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) entgegen. Die OECD prognostiziert darin einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in den Vereinigten Staaten um 0,6 % in der zweiten Hälfte dieses Jahres und um 0,1 % in der ersten Jahreshälfte 2002. Erst danach würden die aktuellen Zinssenkungen und Steuererleichterungen wirken und in 2003 ein Wachstum von 3,8 % auslösen.

Vor allem bei den Aktien, die in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt hatten, versuchten Investoren gestern durch Verkäufe ihre Gewinne zu realisieren. So verloren die Papiere des Chipherstellers Intel über 3 %, nachdem sie seit September um über 60 % zugelegt hatten. Aktien des Konkurrenten Broadcom fielen um fast 7 %. Aktien von Halbleiterproduzenten waren gefragt gewesen, weil Investoren erwartet hatten, diese Firmen würden als erste von einem Wiederanziehen der Konjunktur profitieren.

Ebenso verloren Aktien des Aluminium-Herstellers Alcoa . Sie waren in den zurückliegenden Wochen 36 % gestiegen. Nun gingen sie mit einem Verlust von rund 1,8 % ihres Wertes aus dem Markt.

Gegen den Trend verbuchten Aktien von Energie- und Erdöl-Unternehmen Gewinne. Sie profitierten von der Erklärung des russischen Ministerpräsidenten Viktor Krischenko, die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und die Nicht-Opec-Staaten würden zu einer Verständigung im Streit um die Reduzierung von Fördermengen gelangen. So wollen sie den Ölpreis steigen lassen. Dow-Mitglied Exxon legten rund 2,7 % zu, Aktien der im Standard & Poor?s-500 vertretenen Conoco stiegen fast 4 %.

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