Gewinnplus im Quartal
Vivendi kann Analysten nicht ganz befriedigen

Der hochverschuldete französisch-amerikanische Medienkonzern Vivendi Universal hat im dritten Quartal den operativen Gewinn um ein Viertel gesteigert.

Reuters PARIS. Gerüchte über eine Übernahme des weltweit zweitgrößten Medienkonzerns durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone lösten am Dienstag nach der Vorlage der Zahlen an der Pariser Börse zeitweise einen kräftigen Kurssprung bei den Vivendi-Titeln aus. Ein Vodafone-Sprecher wies jedoch am Nachmittag einen US-Medienbericht zurück, wonach Vodafone die Übernahme von Vivendi plane, um an dessen Telekom-Konzern Cegetel heranzukommen.

"Gent hat klar gemacht, dass er nicht die Absicht habe, Vivendi zu übernehmen", sagte ein Vodafone-Sprecher. In einem Bericht des US-Magazins "Variety" hatte es unter Berufung auf nicht näher präzisierte "Berichte" geheißen, Vodafone wolle Vivendi übernehmen. Vivendi-Titel gaben nach dem Dementi von Vodafone ihre kräftigen Kursgewinne von rund acht Prozent wieder weitgehend ab und lagen im Verlauf noch mehr als drei Prozent im Plus bei 15,32 Euro.

Vivendi teilte mit, im dritten Quartal sei der operative Gewinn (Ebit) auf 1,205 Milliarden Euro gestiegen und damit etwas schwächer als von Analysten im Schnitt mit 1,4 Milliarden Euro erwartet. Händler sagten, die Investoren seien aber vor allem darüber erleichtert, dass es bei Vivendi keine "böse Überraschung" gegeben habe. Vivendi bezifferte den Nettoverlust auf 1,234 Milliarden Euro und den Verlust je Aktie auf 1,13 Euro nach 0,92 Euro je Aktie. Beim Telekomkonzern Cegetel, an dem Vivendi 44 Prozent hält, stieg der operative Gewinn um 64 Prozent auf 460 Millionen Euro. Einen Ausblick für 2003 will Vivendi frühestens Anfang nächsten Jahres geben. Derzeit sei es noch zu früh, sagte Vivendi-Finanzchef Jacques Espinasse.

Investoren hatten sich von den Zahlen vor allem Signale darauf erhofft, dass das Geschäft von Vivendi unter dem neuen Chef Jean-Rene Fourtou und angesichts der Bemühungen um den Schuldenabbau nicht vom Kurs abkommt. Ein Händler in Paris sagte: "Der operative Gewinn ist gut ausgefallen und Cegetel hat dem Markt gefallen. Damit ist bestätigt, dass Vivendi Recht hat, wenn es alles dafür tut, um die Kontrolle über Cegetel zu erlangen."

Nach Worten von Espinasse verfügt Vivendi zudem über den finanziellen Spielraum für eine mögliche Übernahme des 26-prozentigen Cegetel-Anteils der BT Group. Sollte sich Vivendi für ein Angebot an BT entscheiden, werde es 2,7 Milliarden Euro seiner eigenen verfügbaren Mittel sowie Kredite in Höhe von 1,3 Milliarden Euro verwenden. "Dies ist aber nur ein Szenario, die Geschäftsleitung hat darüber noch nicht entschieden", sagte Espinasse. Für eine Übernahme der Kontrolle bei Cegetel sei alles vorbereitet und an den erforderlichen Übereinkünften mit den Banken werde gearbeitet.

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