Gewinnprognose angehoben
EADS: Viel Zuversicht, wenig Aufträge

Trotz der Auftragsflaute bei Airbus wächst beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS die Zuversicht für das laufende Jahr.

Reuters AMSTERDAM. Statt eines Ebit-Gewinns von 1,2 Milliarden Euro (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) erwartet EADS nun 1,44 Milliarden Euro, teilte der Konzern am Donnerstag in Amsterdam mit. 2001 waren es 1,69 Milliarden. In den ersten sechs Monaten 2002 lag das Ebit mit 775 Millionen Euro um ein Prozent höher als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Gewinn habe die Erwartungen übertroffen, erklärten die EADS-Chefs Rainer Hertrich und Philipps Camus.

Auch den Umsatz hielt die EADS mit 13,97 (14,04) Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Im gesamten Jahr werde der Umsatz wegen des erstarkten Euro etwas niedriger ausfallen als 2001, teilte die EADS weiter mit.

Nachfrageeinbruch bei Verkehrsflugzeugen

Der Nachfrageeinbruch nach neuen Verkehrsflugzeugen, bei denen die EADS-Tochter Airbus neben Boeing einziger Hersteller von weltweiter Bedeutung ist, ließ den Auftragseingang der EADS um fast zwei Drittel auf 14,8 (42,8) Milliarden Euro schrumpfen. Bei Airbus wurden im ersten Halbjahr noch 107 neue Flugzeuge für 10,3 Milliarden Euro bestellt. Dies entspricht einem wertmäßigen Rückgang von 73 Prozent.

Dennoch hielten Camus und Hertrich an der Erwartung fest, in diesem und im nächsten Jahr jeweils 300 Flugzeuge ausliefern zu können. Die Prognose entspreche der Nachfrage und sei durch Festaufträge vollständig abgesichert, erklärten die EADS-Chefs. Der Auftragsbestand von 1519 Flugzeugen laste die Produktion für weitere fünf Jahre rechnerisch aus.

Airbus hatte seine Ziele im Gegensatz zu Boeing nur leicht gesenkt und verzichtet weitgehend auf einen Stellenabbau, während der US-Rivale 30 000 Mitarbeiter entlassen hat.

Mit einem operativen Ergebnis von 874 (797) Millionen Euro habe Airbus die Erwartungen im ersten Halbjahr 2002 übertroffen, erklärte Hertrich. Der Spartenumsatz ging nur um ein Prozent auf 9,87 Milliarden Euro zurück.

In der zweiten Jahreshälfte rechnet die EADS mit sinkenden Gewinnen. Das liege zum einen an den geringeren Auslieferungen, zum anderen an den höheren Forschungs- und Entwicklungskosten für den Super-Jumbo A380. Wechselkursabsicherungen machten das Riesen-Projekt ab 2004 voraussichtlich lukrativer als gedacht, betonte Finanzchef Axel Arendt.

Zum Ausgleich für die Delle bei Airbus setzt der Konzern auf das Militärflugzeug- und Raumfahrtgeschäft. Der Beitrag der vier dazu gehörenden Sparten werde 2002 erheblich höher liegen als im Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr verbuchte die Militär-Sparte noch rote Zahlen. Der Verlust des Bereichs Defense & Civil Systems fiel mit 71 (128) Millionen Euro aber deutlich geringer aus als vor einem Jahr. Bis Jahresende soll die Sparte die Gewinnzone erreichen.

Im Bereich Military Transport Aircraft, der immer noch auf den 18-Milliarden-Auftrag für den Militärtransporter A400M wartet, fiel ein Verlust von 72 (minus 21) Millionen Euro an, weil die Sparte unter der Insolvenz von Fairchild Dornier litt. Für dessen Regionalflugzeug-Programm Dornier 728 sollte die EADS Tragflächen und das Heck liefern.

Raumfahrtaktivität bündeln

EADS will vom britischen Partner BAe Systems den restlichen 25-Prozent-Anteil an der Raumfahrtgesellschaft Astrium für 165 Millionen Euro übernehmen. EADS und BAe Systems kündigten außerdem die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für Dienstleistungen für militärische Satellitenkommunikation an, das das Skynet-Programm der britischen Regierung umsetzen soll. Das neue Joint Venture mit dem Namen Paradigm Secure Communications Ltd werde Astrium mit der Lieferung von Satelliten und Bodenstationen beauftragen.

Nach dem Kauf der restlichen Astrium-Anteile will die EADS ihre gesamten Raumfahrtaktivitäten in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Spanien unter einem Dach zusammenführen und damit die Effizienz erhöhen. Das neue Unternehmen soll zwei Tochtergesellschaften für Satelliten sowie für Trägerraketen und Raumfahrt-Infrastruktur haben.

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