Gewinnprognose für 2003 revidiert
Philip Morris rudert zurück

Der weltgrößte Zigarettenhersteller Philip Morris hat seine Gewinnprognose für das Jahr 2003 wegen einer Flut importierter Billigzigaretten und gefälschter Marken zurückgenommen.

HB/dpa NEW YORK. Die Philip-Morris-Aktien sind am Dienstag nach der Ankündigung drastisch um 13,84 Prozent auf 37,03 Dollar eingebrochen. Der Aktienkurs hatte im April noch bei einem Zwölfmonatshoch von 57,79 Dollar gelegen. Die Aktien des zweitgrößten amerikanischen Zigarettenanbieters R.J. Reynolds fielen um elf Prozent und Carolina- Group-Aktien um 13 Prozent. Europäische Zigaretten-Aktien wurden am Mittwoch ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Philip Morris Companies Inc. hatte ursprünglich unter Ausklammerung einiger Sonderfaktoren für das kommende Jahr mit einem Anstieg des Gewinns pro Aktie um acht bis zehn Prozent gerechnet. Die Gesellschaft will jetzt eine Prognose für das Jahr 2003 erst Ende Januar kommenden Jahres machen. Dann werden die Geschäftsergebnisse für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2002 vorgelegt.

Philip-Morris-Finanzchef Dinyar S. Devitre verwies in New York vor Investoren vor allem auf die stark gestiegene Zufuhr von Billigzigaretten und gefälschten Zigaretten. Sie machen dem Anbieter von Marlboro- und anderen führenden Zigarettenmarken offensichtlich schwer zu schaffen.

Das Unternehmen führt seit Monaten Discountaktionen und andere kostspielige Werbeaktionen durch und befindet sich mit dem Hauptkonkurrenten R.J. Reynolds sowie mit den kleineren Zigarettenanbietern in den USA in einer erbitterten Schlacht um die Kunden.

Ein Päckchen Zigaretten kostet in New York und in vielen anderen US-Städten vor allem wegen der hohen Zigarettensteuern inzwischen mehr als sieben Dollar. Die massiven Zigarettensteuer-Aufschläge vieler US-Bundesstaaten, kostspielige Raucherklagen und der Versuch der Zigarettenhersteller, ihre Gewinne zu steigern, haben die US- Zigarettenpreise stark nach oben getrieben. Amerikanische Indianerreservate, die Zigaretten ohne Steuern verkaufen können, machen deshalb Riesengeschäfte. Über das Internet werden ebenfalls Billigpreise für Zigaretten offeriert.

Der Zigaretten- und Nahrungsmittelkonzern rechnet nach Darstellung des Finanzchefs damit, dass der Gewinn pro Aktie für dieses Jahr, wie prognostiziert, um drei bis fünf Prozent steigen dürfte. Das Zigarettengeschäft im Ausland und das globale Nahrungsmittelgeschäft seien stark. Philip Morris kontrolliert die riesige Nahrungsmittelfirma Kraft mehrheitlich.

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