Gewinnprognose verringert
Konjunkturkrise zwingt auch Salzgitter in die Knie

Wegen der schwachen Konjunktur hat sich das Ergebnis des Stahlkonzerns Salzgitter in den ersten neun Monaten 2002 fast halbiert. Da das Unternehmen auch in den bis zum Jahresende verbleibenden drei Monaten keine durchgreifende Erholung erwartet, wurde die Ertragsprognose für das Gesamtjahr verringert.

Reuters HANNOVER. Statt wie bisher prognostiziert 90 Millionen Euro Vorsteuergewinn für 2002 erwarte Salzgitter nunmehr rund 70 Millionen, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Die im MDax notierte Salzgitter-Aktie verlor daraufhin stärker als der Gesamtmarkt.

Von Januar bis September verringerte sich das Konzernergebnis des gewöhnlichen Geschäfts um 46 Prozent auf 68 Millionen Euro. Mit 47 Prozent fiel der Rückgang des Jahresüberschusses auf 59 Millionen Euro prozentual in der gleichen Größenordnung aus. Zugleich erhöhte sich der Konzernumsatz um vier Prozent auf 3,5 Milliarden Euro.

Die Stahlsparte erholte sich den Angaben zufolge zwar, konnte einen Ausfall von Geschäft im Röhrenbereich aber noch nicht ausgleichen. Vom zweiten zum dritten Quartal sei im Stahlbereich eine positive Ergebnisentwicklung von 14 Millionen Euro erzielt worden, die zu einem Vorsteuergewinn von 1,2 Millionen geführt habe. Zu der Ertragswende hätten Preiserhöhungen vor allem für Flachstahlprodukte maßgeblich beigetragen, hieß es. Nach einem Vorsteuergewinn vor Jahresfrist von 41 Millionen Euro wies der Stahlbereich im Neun-Monats-Zeitraum allerdings einen Verlust von 25 Millionen Euro aus.

Der Konkurrent ThyssenKrupp hatte Anfang Oktober ebenfalls von wieder steigenden Gewinnen in der Stahlsparte berichtet. Nach einem von der Konjunkturflaute geprägten Verlauf in dem Ende September ausgelaufenen Geschäftsjahr 2001/02 deute alles auf eine leichte konjunkturelle Aufwärtsentwicklung hin, hatte der für das Stahlgeschäft zuständige Konzernvorstand Ulrich Middelmann gesagt. Nach Verlusten in den ersten beiden Quartalen hatte die Stahlsparte im dritten Quartal die Trendwende erreicht und mit 121 Millionen Euro den größten Gewinnbeitrag im Konzern geliefert.

Während der Stahlbereich von Salzgitter Verluste schrieb, erhöhte der Röhrenbereich sein Vorsteuerergebnis in den ersten neun Monaten um sieben Prozent auf 74 Millionen Euro. Für den weiteren Jahresverlauf erwartet Salzgitter nach Angaben eines Firmensprechers aber, dass im Röhrengeschäft geplante Projekte nicht realisiert werden können. Insbesondere bei Pipelinerohren und nahtlosen Rohren führe die schwache Konjunktur in Verbindung mit der unsicheren politischen Lage im nahen Osten zu einer Unterauslastung der Produktionsstätten, hieß es.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung zeigte sich Salzgitter daher weniger zuversichtlich als zuletzt und verringerte seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr auf 70 Millionen Euro. Verglichen mit dem Vorjahreswert von 160 Millionen Euro würde das einem Rückgang um 44 Prozent entsprechen. Die Salzgitter-Aktie verlor mit über fünf Prozent stärker als der Gesamtmarkt und bei 6,57 Euro.

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