Gewinnrückgang 2002
Rückstellungen belasten Lafarge

Der weltgrößte Baustoff-Hersteller, die französische Lafarge, hat im abgelaufenen Jahr einen Gewinnrückgang von 39 Prozent verzeichnet. Das Ergebnis wurde durch Rückstellungen in Höhe von 300 Millionen Euro für mögliche Kartellbußen belastet.

Reuters PARIS. Der Reingewinn sei im Jahr 2002 auf 456 Millionen Euro von 750 Millionen Euro im Vorjahr zurückgegangen, teilte Lafarge am Donnerstag mit. Dank verbesserter Gewinnspannen und der vollständigen Konsolidierung der übernommenen Zementfirma Blue Circle stieg dagegen der operative Gewinn um zehn Prozent auf 2,132 Milliarden Euro. Wegen der rückläufigen Nachfrage in Deutschland betrug das Wachstum im Kerngeschäft mit Zement allerdings lediglich drei Prozent. Wie das Unternehmen weiter bekannt gab, wurden Rückstellungen von 300 Millionen Euro für eine Geldbuße der EU-Kommission und mögliche Kosten im Zusammenhang mit Ermittlungen auf dem deutschen Zementmarkt gebildet.

Für das laufende Jahr gab Lafarge keine Prognose ab. "In einem Umfeld wirtschaftlicher Unsicherheiten werden wir 2003 weiterhin Wert auf die Verbesserung unseres operativen Ergebnisses und die Stärkung unserer Finanzstruktur legen", sagte Vorstands- und Verwaltungsratschef Bertrand Collomb.

Collomb hatte am 14. Februar zugegeben, dass der Konzern an "nicht akzeptablen" Geschäften auf dem deutschen Zementmarkt beteiligt gewesen sei. Allerdings wies er Anschuldigungen zurück, das Unternehmen habe an der Gründung eines Kartells im Markt für Gipskartonplatten, einem Baumaterial für Häuser, mitgewirkt. Vor zwei Monaten hatte zudem die EU-Kommission gegen Lafarge ein Bußgeld von fast 250 Millionen Euro verhängt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, in einem Zeitraum von sechs Jahren Preisabsprachen bei Gipskartonplatten mit Konkurrenten getroffen zu haben. Lafarge hatte angekündigt, gegen die Entscheidung Widerspruch einzulegen. Die Höhe der Geldbuße sei fünf Mal so hoch wie der Jahresumsatz mit Gipskartonplatten in Großbritannien und Deutschland.

Lafarge ernannte am Donnerstag Bernard Kasriel zum neuen Konzernchef. Collomb wird damit ab Mai 2003 nur noch als Verwaltungsratschef im Unternehmen tätig sein.

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