Gewinnrückgang erwartet
Audi wird 2003 ausgebremst

Audi muss sich der lahmenden Branchen-Konjunktur und negativen Währungseffekten geschlagen geben: Die VW-Tochter wird 2003 wohl einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. 2004 soll dafür aber wieder alles besser werden.

HB FRANKFURT. Audi erwartet wegen negativer Währungseffekte im Gesamtjahr einen geringeren operativen Gewinn. Für 2004 geht das Ingolstädter Unternehmen aber davon aus, mit Hilfe seiner neuen Fahrzeugmodelle Gewinn und Absatz 2004 wieder steigern zu können.

"Das Ergebnis 2003 wird etwas unter 2002 liegen", sagte Audi-Finanzchef Rupert Stadler der Nachrichtenagentur Reuters anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) am Mittwoch in Frankfurt. 2004 werde die Kernmarke Audi auf Grund der Neuauflage des Modells A6 und des Audi A3-Fünftürers beim Absatz und beim operativen Ergebnis wieder zulegen. Wie die anderen Automobilhersteller wagte auch Stadler keine exakte Prognose. Die Autokonzerne haben sich vor Beginn der IAA hinsichtlich der Entwicklung im kommenden Jahr allgemein eher vorsichtig geäußert, wenn auch die meisten ein Anspringen der Automobilkonjunktur erwarten.

Von Januar bis August verbuchte Audi beim Absatz einen leichten Zuwachs von zwei Prozent auf 511 000 Fahrzeuge, der vor allem aus Übersee kam. So konnte die Ingolstädter Marke ihren Absatz in den USA nach Stadlers Worten auf Grund der längeren Version des A8 stabil halten. In China legten die Verkäufe sogar um 70 % zu, während sie auf dem Hauptmarkt Deutschland um drei und in Europa einschließlich Deutschland um zwei Prozent sanken.

Zum laufenden Jahr sagte Stadler: "Das Vorjahresergebnis wieder zu erreichen, wird schon eine schwierige Geschichte." Es wäre zwar möglich, einen Teil der bisherigen Rückgänge durch Einsparungen wettzumachen. Audi sei aber mehr an der langfristigen Zukunftssicherung gelegen und werde die Investitionen daher nicht stutzen. Den Rückgang des Halbjahresgewinns um ein Viertel auf 289 Mill. ? hatte Audi vor allem mit negativen Währungseffekten begründet.

Die Markengruppe Audi, zu der neben der Kernmarke der Autohersteller Skoda und die Sportwagenmarke Lamborghini gehören, steht im Volkswagen-Konzern für etwa ein Drittel des operativen Gewinns. Volkswagen hat bereits angekündigt, dass der operative Gewinn im Gesamtjahr 2003 signifikant unter dem des Vorjahres liegen wird. Als Gründe für den bereits zur Jahresmitte herben Gewinneinbruch hatte Europas größter Automobilbauer neben hohen Kosten für neue Modelle und negative Währungseffekte genannt. Wegen dieser Effekte durch den hohen Euro-Kurs hat Volkswagen die Absicherung seiner Geschäfte im Dollar-Raum gegen Währungsverluste jetzt erhöht. Ein VW-Sprecher sagte, nun würden zwei Drittel des Währungsrisikos abgesichert. Bislang seien es rund 40 % der Geschäfte gewesen.

Audi-Finanzchef Stadler sagte, die erhöhte Absicherung durch Termin- und Optionsgeschäfte gelte zunächst für 2004. Er machte außerdem deutlich, dass für Audi die Ertrags- und Kostenstrukturen im Vordergrund stünden. Diese müssten auf bestimmte Währungsrelationen ausgerichtet sein. Dabei gehe der Konzern von einem langfristig durchschnittlichen Euro-Kurs von 1,12 Dollar aus. Von daher wäre ein längerfristige Kursabsicherung über mehrere Jahre hinweg falsch.

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