Gewinnrückgang im ersten Quartal
Adidas spürt Fußball-WM

Der weltweit zweitgrößte Sportartikel-Hersteller Adidas-Salomon erwartet nach einem verhaltenen Start ins neue Jahr wegen hoher Kosten für die Fußball-Weltmeisterschaft erst im zweiten Halbjahr wieder Gewinnzuwächse. Auf dem schwierigen US-Markt scheint immerhin die langerwartete Trendwende geschafft.

Reuters HERZOGENAURACH. Der Quartalsüberschuss sei in den ersten drei Monaten um sieben Prozent auf 43 (Vorjahr: 46) Millionen Euro gesunken, teilte Adidas am Donnerstag mit. Finanzvorstand Robin Stalker räumte ein, die Kosten als WM-Sponsor würden das Ergebnis auch im zweiten Quartal unter das Vorjahresniveau drücken. Die Umsätze stiegen dagegen um fünf Prozent auf 1,64 (1,56) Milliarden Euro. In den USA scheinen die Turnschuhe mit den drei Streifen nach drei mageren Jahren langsam wieder "in" zu sein: Der Umsatz stieg in Nordamerika um sieben Prozent auf 475 Millionen Euro, dem besten Wert seit zehn Quartalen.

Adidas bleibt zuversichtlich

Im zweiten Halbjahr werde es wieder deutlich nach oben gehen, betonte Vorstandschef Herbert Hainer. Für das Gesamtjahr bekräftigte er, der Gewinn werde um fünf bis zehn Prozent und der Umsatz um fünf Prozent wachsen. Hainer hatte bereits auf der Bilanzpressekonferenz magerere Zeiten angekündigt und Pläne zurückgenommen, bis 2003 den Überschuss um jährlich zehn bis 15 Prozent zu steigern.

Adidas will in diesem Jahr mit Investitionen von 100 Millionen Euro die Marke Adidas stärken. Rund 40 Millionen Euro fließen in die Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea. Adidas ist Sponsor des Tuniers und rüstet zehn Teams aus, darunter Deutschland und Weltmeister Frankreich. 60 Millionen Euro gehen außerdem in den eigenen Vertrieb in Italien sowie den Ausbau des eigenen Einzelhandelnetzes.

Hainer sagte in einer Telefonkonferenz, die Fußball-WM sei ein einzigartiges Großereignis, um die Marke "Adidas" bekannter zu machen. Neben der Fußball-WM ist Adidas auch im diesjährigen Europapokal stark vertreten. Das fränkische Unternehmen aus Herzogenaurach rüstet beide Finalisten der Championsleague, Bayer Leverkusen und Real Madrid, aus. Im Bundesligafinale sponsort Adidas zudem den Rekordmeister FC Bayern München, der auch in diesem Jahr den Titel noch gewinnen kann.

Trendwende in den USA

In Nordamerika stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. "Wir haben den Turn-Around auf diesem schwierigen Markt geschafft", sagte Hainer. Die Umsätze auf dem größten Sportmarkt der Welt würden in diesem Jahr zehn Prozent steigen. Die Auftragseingänge seien in den ersten drei Monaten um zehn Prozent gewachsen. Das Unternehmen hat fast zwei Jahre an einer Neupositionierung in den USA gearbeitet. Hainer hatte dabei immer wieder beklagt, Adidas sei nicht "cool" genug. Neue Innovationen wie der klimatisierte Sportschuh "Climate Cool" und die jüngste Version des Basketballschuhs "Kobe" sollen nun Impulse geben.

Analysten äußerten sich positiv über den Auftragseingang, der gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent gestiegen ist. "Das ist brilliant", sagte Oscar Marcos von Merill Lynch. Auch die US-Umsätze zeigten in die richtige Richtung. Das Unternehmen steigerte zudem trotz höherer Beschaffungskosten wegen des schwachen Euro die in der Branche viel beachtete Rohertragsmarge um 0,1 Prozent auf 41,8 Prozent.

Adidas zeigte sich gelassen über die jüngsten Erfolge von Puma, das sich voll auf "Lifestyle"-Freizeitmode konzentriert und erst in der vergangenen Woche ein Rekordquartal verkündet hatte. Adidas wolle mit seinen "Originals", also neu gestylten alten Produkten, 25 Prozent seines Umsatze machen, sagte Hainer. Bislang seien es etwa 15 Prozent. Die "Originals" seien aber nur eine Produktfamilie von vielen. Einen Seitenhieb konnte er sich nicht verkneifen: Der fünfmal kleinere Puma-Konzern komme mit seiner Lifestyle-Mode nicht an den Adidas-Umsatz heran.

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