Gewinnrückgang
Wetter und Wettbewerb setzten Holsten-Brauerei zu

Schlechtes Wetter in der zweiten Jahreshälfte, Preiserhöhungen und ein scharfer Wettbewerb haben der Hamburger Holsten-Brauerei im vergangenen Jahr zugesetzt. Vor allem in Polen erlitt die größte Brauerei-Gruppe Deutschlands einen Rückschlag.

dpa HAMBURG. Insgesamt ging der Jahresüberschuss der Hamburger Holsten-Brauerei um 33,5 % auf 11,8 Mill. DM (6,0 Mill. Euro) zurück. Dennoch soll der Hauptversammlung eine Dividende von erneut 0,45 Euro vorgeschlagen werden, wie der Vorstandsvorsitzende der Holsten AG, -Brauerei Andreas Rost, am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Hamburg berichtete. Holsten führt Marken wie Holsten, König, Astra und Lübzer.

Holsten büßte wegen des schlechten Wetters ein

Im Zuge der Übernahme der Duisburger König-Brauerei stieg der Absatz 2000 um 8,5 % auf 21,5 Mill. Hektoliter, die Umsätze legten um 21,3 % auf 2,3 Mrd. DM zu. Die Hauptmarke Holsten büßte auch wegen des schlechten Urlaubswetters in Norddeutschland 3,7 % auf 1,6 Mill. Hektoliter ein. "In der Getränkewirtschaft trägt der Wettergott einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Erfolg bei", sagte Rost. Der inländische Bierabsatz legte insgesamt um rund ein Fünftel auf 8,9 Mill. Hektoliter zu, im Ausland wurden 2,4 Mill. Hektoliter abgesetzt (plus 13,4 %).

In Polen verzeichnete die BROK SA (Köslin), an der Holsten mehrheitlich beteiligt ist, zwar einen Absatzzuwachs von 17,4 % auf 860 000 Hektoliter. Das schlechte Wetter im 2. Halbjahr sowie ein ruinöser Preiswettbewerb führten laut Rost jedoch zu einem Verlust von 17 Mill. DM. Mit einem Sanierungsprogramm sollen dort in diesem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis sowie ein Marktanteil von 5 % (bisher 3,4) angestrebt werden. Der Umsatz von zuletzt 111 Mill. DM soll um 10 % steigen.

Mineralwasser und Erfrischungsgetränke mit Absatzzuwachs

Im 1. Quartal 2001 verzeichnete der Konzern ein zweigeteiltes Geschäft: Kohlensäurehaltige Mineralwasser und Erfrischungsgetränke legten einen Absatzzuwachs von 26 % vor. "Wir können derzeit nicht alle Aufträge erfüllen", sagte Rost. Der Bereich mit einer Produktion von rund 2,8 Mill. Hektoliter 2000 wird jetzt von der Hansa- Brunnen AG (Rellingen) geführt. Holsten hatte sich zum Jahresende für 200 Mill. DM von seiner Fruchtsaftsparte getrennt.

Beim Bier verzeichnete Holsten in den ersten drei Monaten einen Absatzrückgang von bis zu 12 %, während der Markt laut Rost 2,7% einbüßte. Im Vorjahresquartal hätten sich Käufer wegen der angekündigten Preiserhöhung noch bevorratet, begründete er den Einbruch. Ohne die Saftsparte und Minderheitsbeteiligungen strebt das Unternehmen 2001 einen Umsatz von 1,8 Mrd. DM an und ein Ergebnis, das eine unveränderte Dividende ermögliche, sagte Rost.

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