Gewinnschwelle wieder erreicht
Mobilcom-Sanierung kommt voran

Der im vergangenen Jahr nur knapp der Pleite entgangene Mobilfunkdienstleister Mobilcom hat im ersten Quartal 2003 wieder die Gewinnschwelle erreicht. Das Büdelsdorfer Unternehmen sieht ein wesentliches Ziel der Sanierung damit bereits erfüllt.

Reuters HAMBURG. In den ersten drei Monaten habe Mobilcom einen kleinen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 0,1 Mill. ? erzielt, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Ursprünglich hatte Mobilcom die Rückkehr in die Gewinnzone im operativen Geschäft für das erste Halbjahr anvisiert. Allein im vierten Quartal des vergangenen Jahres war noch ein Betriebsverlust von 70,7 Mill. ? angefallen. Mobilcom bekräftigte zudem seine Prognose eines ausgeglichenen Ergebnisses für das Gesamtjahr.

Die im Technologieindex TecDax notierte Mobilcom-Aktie legte am Vormittag rund sieben Prozent auf 5,40 ? zu.

Unter dem Strich blieb im Konzern in den ersten drei Monaten ein Reingewinn von einer halben Mill. ?. Im vierten Quartal 2002 hatte Mobilcom noch einen Verlust von knapp 289 Mill. ausgewiesen. Im Gesamtjahr hatte sich der Rekordverlust vor allem wegen des gescheiterten UMTS-Abenteuers sogar auf 3,4 Mrd. ? belaufen. Als Teil der Sanierung hat Mobilcom inzwischen 2000 von einst fast 6000 Arbeitsplätzen abgebaut und drei von ehemals fünf Standorten geschlossen.

Bei einem rückläufigen Umsatz wies Mobilcom für das erste Quartal des neuen Jahres einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 18,8 Mill. ? aus nach einem Verlust von 21,7 Mill. ? im Vorquartal. Während im Kerngeschäft beim Wiederverkauf von Mobilfunkdienstleistungen noch ein Verlust von 5,2 Mill. ? entstand, stieg bei der vor kurzem an die Internettochter Freenet verkauften Festnetzsparte das Ergebnis auf 24 Mill. ? von 17,2 Mill. ? im Vorquartal. Der Konzernumsatz habe sich auf 452,9 Mill. von 499,7 Mill. ? im Quartal davor verringert, hieß es. Die Zahl der Mobilfunkkunden ging auf 4,5 von 4,8 Mill. zurück.

Mobilcom hatte am Dienstag den Verkauf seines UMTS-Netz für 20 Mill. ? an den Konkurrenten E-Plus bekannt gegeben. Wegen dieser Entscheidung hat Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid Strafanzeige gegen den Vorstand und den Aufsichtsratschef des Büdelsdorfer Unternehmens angekündigt. Er wirft der Mobilcom-Spitze vor, einen von ihm ins Gespräch gebrachten Interessenten nicht berücksichtigt zu haben. Schmid sucht einen Käufer, der die von ihm aufgebauten UMTS-Aktivitäten von Mobilcom - also Funknetz und Lizenz zusammen - fortführt. Die Lizenz fällt an die Regulierungsbehörde zurück, wenn ein Inhaber nicht bis zum Jahresende ein Viertel der Bevölkerung mit UMTS-Diensten versorgt. Die von Mobilcom an E-Plus verkauften Sendeanlagen decken erst 17 % ab.

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