Gewinnsituation vieler Neuer-Markt-Unternehmen wird sich nicht wesentlich verbessern
Neuer Markt weiterhin wechselhaft erwartet

Der Neue Markt wird sich nach Einschätzung von Experten auch in den nächsten Monaten wechselhaft zeigen. GZ-Bank-Analyst Stefen Schießer sagte am Donnerstag, er erwarte ein volatiles Umfeld am Wachstumsegment mit beschränkten Aufwärtspotenzial. Nach Einschätzung des Analysten wird sich die Gewinnsituation vieler Neuer-Markt-Unternehmen auch im ersten Quartal nicht wesentlich verbessern.

rtr FRANKFURT. Dies liege vor allem an der offensichtlichen Investitionsschwäche im IT-Bereich, die von den USA auch auf Europa übergreife. Ein Indiz dafür seien die jüngsten Gewinnwarnungen der amerikanischen Technologieunternehmen. Durch den starken Kursverfall der letzten Monate sei zweifellos einiges in dem Markt eingepreist. Sicherlich gebe aber noch einige Bereiche wie den Financial Services- und Teiles des Internet-Sektors, die immer noch hoch bewertet seien.

Schießer sagte, der Neue Markt befinde sich in einem Spannungsfeld. Es müsse sehr stark zwischen den einzelnen Sektoren unterschieden werden. Während einzelne Bereiche günstig bewertet seien, sorge in anderen ein anhaltend negativer Nachrichten-Fluss für weiteren Kursdruck. Vor diesem Hintergrund sollte es am Neuen Markt zu weiteren Enttäuschungen kommen, sagte Schießer. Dem Segment dürfte es zwar helfen, dass viele Unternehmen ihre Prognosen schon deutlich nach unten korrigiert hätten, bei einigen Gesellschaften werde dies aber immer noch nicht ausreichen. Betroffen davon sind nach Einschätzung Schießers vor allem der Bereich Online-Broker und Teile des Internet-Sektors wie zum Beispiel die Multimedia-Agenturen.

Wie die Analysten der GZ-Bank in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie schreiben, stellt die unbefriedigende Gewinnentwicklung bei Unternehmen den Hauptgrund für die anhaltende Baisse am Neuen Markt dar. Im Verlauf des letzten Jahres sei die Zahl der Gewinnwarnungen am Wachstumssegment kontinuierlich gestiegen, wobei die Sektoren Internet, Software und IT-Services am stärksten betroffen gewesen seien. Vermehrt hätten zum Ende des Jahres auch Blue-Chip-Unternehmen mit ihren Zahlen enttäuscht. Der Vertrauensverlust der Investoren sei nach dem Unterschreiten von Planzahlen zum Teil auch durch viel zu späte Veröffentlichungen der Gewinnwarnungen verstärkt worden. Gründe für eine Gewinnwarnung seien an erste Stelle Probleme beim Management.

Investoren sollen Gewinnwarnungen kritisch prüfen

Während bei der organischen Ausweitung des Geschäftsbetriebes Fehleinschätzungen bei der Planung vorgeherrscht hätten, sei beim externen Wachstum durch Akquisitionen häufig das Intregrationsrisiko unterschätzt worden. Externe Gründe wie Auftragsverschiebungen, Nachfrageschwächen oder Währungseinflüsse seien zu einem geringeren Anteil Gründe für Gewinnwarnungen gewesen.

Nach Einschätzung der GZ-Bank-Analysten sollten Investoren die Begründungen der Unternehmen für eine Gewinnwarnung kritisch überprüfen. Viele Gesellschaften hätten bei einem Unterschreiten der Planzahlen auf die von Kundenseite ausgelösten Auftragsverschiebungen verwiesen. Oftmals habe sich jedoch herausgestellt, dass die Aufträge storniert worden seien und sich eine dauerhafte Nachfrageschwäche entwickelt habe. Den Angaben zufolge sollten Investoren auch solche Unternehmen meiden, die ein extrem risikoreiches Cash-Management betrieben und Wertberichtigungen auf Wertpapieranlagen als Ursache für einen Gewinnwarnung anführten. Investoren sollten sich verstärkt in Titel engagieren, die in der Vergangenheit ihre Planzahlen regemäßig erfüllt oder sogar übertroffen hätten, hieß es.

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