Gewinnsprung dank Exporten
Bridgestone überwindet Rückruf-Desaster

Der führende japanische Reifenhersteller Bridgestone hat im vergangenen Jahr dank starker Exporte seinen Nettogewinn um 161 Prozent gesteigert. Damit zeigt sich das Unternehmen gut erholt von der Rückrufaktion von Millionen von Reifen seiner US-Tochter Firestone im Krisenjahr 2001.

Reuters TOKIO. Der Konzern-Nettogewinn für 2002 betrage 45,38 Milliarden Yen (rund 355 Millionen Euro) und habe die eigenen Erwartung von 40 Milliarden Yen übertroffen, teilte Bridgestone mit. Der operative Gewinn stieg den Angaben zufolge um 56 Prozent auf 183,86 Milliarden Yen. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent auf 2,248 Billionen Yen zu.

"Wir haben unser wichtiges Ziel erreicht, dass unsere US-Geschäfte wieder schwarze Zahlen schreiben", sagte Konzern-Präsident Shigeo Watanabe am Freitag. Bridgestone kündigte an, sich vor allem auf dem europäischen Markt stärker zu engagieren. Dazu sollen die Investitionen um mehr die Hälfte erhöht werden.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen Anstieg des Nettogewinns auf 70 Milliarden Yen und des Umsatzes auf 2,24 Billionen Yen. Die bisherige durchschnittliche Analysten-Prognose beläuft sich demgegenüber auf einen Nettogewinn von 74,5 Milliarden Yen und einen Umsatz von 2,27 Billionen Yen.

Die in vielen Ländern hohen Reifenpreise könnten Bridgestone zufolge wegen des scharfen Wettbewerbs und des Deflationsdrucks in Japan fallen. Diese Einschätzung gelte nicht für die USA. Ein starker Yen könne den Export beeinträchtigen, ebenso wie hohe Gummipreise und eine schwache Nachfrage in den USA.

"Ich bin ziemlich vorsichtig, was Bridgestone angeht", sagte ein japanischer Analyst. "Es besteht die große Möglichkeit, dass der weltweite Autoabsatz zurückgeht, und das wird ihre Gewinne beeinträchtigen."

Bridgestone hat sich gut entwickelt seit dem Rückrufskandal, in dessen Folge die US-Tochter Firestone einen Verlust in Höhe von 1,68 Milliarden Dollar machte. US-Aufsichtsbehörden hatten Firestone-Reifen in Verbindung mit Unfällen gebracht, bei denen 271 Menschen starben und mehr als 800 verletzt wurden. Firestone wurde mit Klagen überhäuft. Millionen Reifen mussten zurückgerufen werden. Sie waren meist auf Autos vom Typ "Explorer" des US-Herstellers Ford montiert gewesen. Der Ford-Konzern kündigte daraufhin seine hundertjährige Partnerschaft mit Firestone auf.

Der Kurs der Bridgestone-Aktien kletterte in Tokio um 0,15 Prozent auf 1359 Yen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%