Gewinnsteigerung wird prognostiziert
Analysten erwarten Gewinnsteigerung bei Qiagen

Analysten schätzen die am Neuen Markt notierte Gesellschaft positiv ein: Der Biotechnologie- und Labortechnikkonzern dürfte nach ihrer Prognose den Gewinn deutlich gesteigert haben.

rtr FRANKFURT. Der am Neuen Markt notierte Biotechnologie- und Labortechnikkonzern Qiagen dürfte nach Einschätzung von Analysten im vierten Quartal und auch im Gesamtjahr seinen Gewinn deutlich gesteigert haben. Befragte Analysten erwarten im Durchschnitt im Schlussquartal einen Gewinnanstieg vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 8,88 (Vorjahr: 2,36) Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr 2000 schätzen die Experten im Durchschnitt einen Ebitanstieg auf 34,90 (21,37) Millionen Dollar. Positiv für das laufende Jahr seien die jüngsten Vertriebspartnerschaften in den USA und Japan, hieß es. Auch sehen die Experten Qiagen von den starken Forschungszuwächsen in der Biotechnologie profitieren. Weitere Wachstumsimpulse sehen sie auch durch das Juni 2000 erworbene Unternehmen Operon Technologies.

Am 20. Februar plant das Unternehmen, seine Geschäftszahlen für Schlussquartal und Gesamtjahr vorzulegen.

Qiagen ist als Zulieferer für die Biotechnologie insbesondere im Geschäft mit Labormaterialien zur Isolierung und Aufreinigung von Nukleinsäuren tätig. Die Produkte des Unternehmens sind mit mehr als 400 Patenten geschützt. Zuletzt hatte Qiagen im Januar mitgeteilt für ihre Tochter Qiagen Genomics mehrere Vertriebsallianzen mit ausländischen Unternehmen und Institutionen geschlossen zu haben. Danach wurde mit dem japanischen Chemiekonzern Daiichi Pure Chemical ein Abkommen über den Transfer von Technologie geschlossen. Mit dem US-Messtechnikunternehmen Agilent Technologies wurde zudem eine exklusive Vertriebsallianz vereinbart. Desweiteren hatte Qiagen ein Forschungs- und Entwicklungsabkommen mit der Universität Washington geschlossen.

Starke Profitabilität

Für Meng Si, Analystin bei der Bankgesellschaft Berlin, hatte Qiagen zuletzt etwas unter dem allgmeinen Marktumfeld bei Biotechnologieunternehmen gelitten. "Durch seine Profitabilität hebt sich Qiagen aber deutlich von anderen Unternehmen der Branche ab", merkte die Analystin an, die die Qiagen-Aktie derzeit auf "Kaufen" einstuft. Dies liege auch am exzellenten Management des Unternehmens, dass bewusst auf langfristiges Wachstum setze.

"Bei Qiagen bestehen weniger Risiken als bei einem reinen Produktentwickler wie MediGene", sagte Henner Rüschmeier, Analyst bei der SES Research in Frankfurt. Qiagen könne auch von nicht erfolgreicher Forschung profitieren. "Und wir haben noch ein paar Jahre an Forschung vor uns", sagte Rüschmeier.

Si hob für Qiagen ferner die jüngst geschlossenen Vertriebsallianzen hervor. Durch die Vetriebspartnerschaft mit Daiichi habe Qiagen nun Fuß in Japan gefasst, sagt Si, was die Marktbearbeitung erleichtere. von Braunmühl, Analyst beim Bankhaus Metzler, merkte an, die Allianzen zeigten, dass die SNP-Technologie von Qiagen auch von großen Pharmakonzernen akzeptiert werde. "Japan ist in der SNP-Analyse weiter als andere Staaten und hier werden nun ganze Systeme von Qiagen eingekauft", sagte der Analyst. Die japanische Regierung unterstützt derzeit die Kartierung des menschlichen Genoms und die Identifizierung von mit Krankheiten verknüpften Zielmolekülen mit etwa 40 Millionen Dollar.

Übernahme von Operon ein guter Schritt

Im Rahmen der Vereinbarung mit Daiichi verkauft Qiagen Genomics Masscode TM Systems für die Hochsatz-Genotypisisierung von sogenannten SNPs (Single Nucleotide Polymorphisms). Darunter versteht man in der Biotechnologie vererbte Genomunterschiede, die beim Menschen für die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten und Reaktionen auf bestimmte Therapien verantwortlich sind. Die Verträge sehen vor, dass Daiichi fünf Jahre lang Verbrauchsmaterialien und die Instrumente dafür ausschließlich von Qiagen bezieht.

Nach Einschätzung von von Braunmühl, war das Umfeld für das Hauptgeschäft von Qiagen - Aufreinigung und Trennung von Nukleinsäuren - im vergangenen Jahr weiter positiv gewesen. Dabei sei die Übernahme der kalifornischen Operon Technologies im Juni 2000 ein weiterer positiver Schritt für den Konzern. "In diesem Jahr sind aus der Übernahme kräftige Umsatzschübe zu erwarten," sagte von Braunmühl. Operon ist ein Produzent von synthetischen Nukleinsäuren in den USA und Zulieferer für alle großen Hersteller von Bio-Chips und DNA-Arrays. Mit der DNA-Chiptechnologie können in hoher Dichte ein Vielzahl von Genen gleichzeitig analysiert werden.

Beim Umsatz erwarten die Experten für das vierte Quartal einen Zuwachs auf 56,44 (39,14) Millionen Dollar, für das Gesamtjahr 2000 schätzen sie ein Umsatzplus auf 201,92 (143,96) Millionen Dollar. In den Ebit-Zahlen und Schätzungen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2000 sind jeweils Aufwendungen für Akquisitionen bereits eingerechnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%