Gewinnwarnung belastet Start der Berichtssaison
Miese Vorgabe von IBM

Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren und zum dritten Mal in der Unternehmensgeschichte hat IBM eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Die Börse reagierte prompt und schickt die Aktien wieder in die Nähe des 52-Wochen-Tiefs.

HB/ vwd/ New York. An Wall Street sanken die IBM-Aktien rund zehn Prozent auf 87,50 USD und lagen nur um 0,01 USD über ihrem 52-Wochentief vom 27. September.

Bereits am Freitag hatten die Titel im Sog von Gerüchten um eine Gewinnwarnung mehr als drei Prozent nachgegeben. Am Montag hat die International Business Machines Corp (IBM), Armonk, nun mitgeteilt, dass sie für das erste Quartal 2002 einen Nettogewinn je Aktie von 0,66 bis 0,70 Dollar erwartet. Analysten hatten einen Nettogewinn je Anteilsschein von 0,85 Dollar vorausgesagt.

Der Technologiekonzern begründete seine niedrigere Schätzung mit dem "fordernden Geschäftsumfeld". Der Umsatz werde in der Spanne 18,4 Mrd bis 18,6 Milliarden Dollar liegen, hieß es weiter. Auch an die Umsatzerlöse waren höhere Erwartungen gestellt worden: Analysten hatten mit 19,65 Milliarden Dollar gerechnet.

"Im ersten Quartal haben viele unserer Kunden ihre Kaufentscheidungen verschoben", beschrieb der CFO von IBM, John R. Joyce, die Ursachen für die nach unten revidierte Prognose. Der Umsatzrückgang habe alle Produktgruppen betroffen.

Der Umsatz der Technologiesparte werde im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent zurückgehen, kündigte Joyce an. Diese Sparte wird Schätzungen des Konzerns zufolge im ersten Quartal einen Vorsteuerverlust von ungefähr 200 Millionen Dollar oder 0,08 Dollar je Aktie verbuchen. Im ersten Quartal des Jahres 2000 hatte IBM insgesamt 0,98 USD je Aktie verdient, der Umsatz hatte 21,04 Mrd USD betragen. Für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwartet das Unternehmen einen Vorsteuergewinn von 1,65 Milliarden bis 1,75 Milliarden Dollar. IBM will jedoch trotz des unter den Erwartungen liegenden Ergebnisses für die erste Berichtsperiode an ihren bisherigen Geschäftsstrategien festhalten.

Mit dieser Ankündigung hat die Krise in der Hightechbranche nun auch "Big Blue" erreicht. Im vergangenen Jahr schien es noch, als segelte IBM unbeirrt durch das Konjunkturtief, während die Konkurrenz Gewinnwarnung nach Gewinnwarnung veröffentlichte. "IBM ist zu groß, um sich zu verstecken", erklärte ein Analyst von AG Edwards & Sons. Nun habe der Konzern wieder das Niveau der Konkurrenz erreicht. Es zeige sich, dass IBM genauso wie die anderen Unternehmen unter der Kürzung von Investitionen leide.

Für die Chefanalystin des Bank Austria-Asset Management, Monika Rosen, ist die IBM-Gewinnwarnung eine "sehr schlechte Vorgabe" für die Berichtssaison in den USA. Die Marktteilnehmer hätten auf Signale für eine Erholung der Gewinne im zweiten Quartal gehofft. Vor diesem Hintergrund habe die Nachricht von IBM eine "schlechte Signalwirkung".

Die Tatsache, dass der erwartete Rückgang im Ergebnis im Erstquartal größer sei als der der Umsätze, lasse zudem darauf schließen, dass nicht nur die Umsatzseite für die Gewinnwarnung verantwortlich sei. Das Ergebnis für das erste Quartal will IBM am 17. April veröffentlichen.

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