Gewinnwarnung für das vierte Quartal
General Motors kürzt Kapazität in Europa

Das Europa-Geschäft bleibt das Sorgenkind des weltgrößten Autokonzerns GM. Nach weiter steigenden Verlusten im vierten Quartal will GM nun die Kapazitäten in Europa herunterfahren.

zel DÜSSELDORF/ZÜRICH. General Motors (GM) wird Anfang 2002 die Pkw-Fertigung in seinem britischen Werk Luton aufgeben. Der US-Autokonzern begründete diesen Schritt am Dienstag mit der anhaltend schlechten Ertragslage. Die Werksschließung auf der britischen Insel ist Teil eines Maßnahmenpaketes, mit dem GM in Europa wieder schwarze Zahlen schreiben will. Die europäische GM-Zentrale in Zürich gab gestern eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal heraus. Es sei ein "deutlich höherer Verlust" als im dritten Quartal zu erwarten, als das Minus 181 Millionen Dollar betrug.
"Das heute verkündete Restrukturierungsprogramm bringt uns zurück auf Wachstumskurs", sagte GM-Europa-Chef Michael Burns. Bis 2004 will der größte Autohersteller der Welt seine Kapazitäten in Europa um 400 000 Pkw verringern. Bereits in den nächsten 18 Monaten wird die GM-Belegschaft in Europa um 5 000 Stellen vermindert.
Die deutsche GM-Tochter Opel ist nicht von dem neuen Stellenabbau betroffen. Es bleibe bei der bereits angekündigten Streichung von 10 % der Stellen, die GM zur Voraussetzung für den Bau einer neuen Fabrik am Stammsitz in Rüsselsheim gemacht hatte, sagte ein Opel-Sprecher. In Deutschland kommt Opel auf gut 40 000 Mitarbeiter. Allerdings wird das Projekt für einen großen Opel Omega mit Acht-Zylinder-Motor aus dem Programm genommen. In Nordamerika gibt GM die Marke Oldsmobile auf.

Weiterer Stellenabbau könnte folgen
Die jetzt verkündeten Stellenstreichungen werden bei GM Europa möglicherweise nicht die letzten sein - Auslöser für einen weiteren Abbau könnte die seit dem Frühjahr bestehende Kooperation mit dem italienischen Automobilhersteller Fiat werden. Burns äußerte jedoch die Hoffnung, dass künftige Effizienzsteigerungen aus der Zusammenarbeit von GM und Fiat nicht für einen zusätzlichen Stellenabbau, sondern für eine gesteigerte Produktion und einen höheren Marktanteil eingesetzt werden.
Der europäische Betriebsrat von GM kritisierte die Pläne für Luton. "Wir sind viel zu spät informiert worden", sagte Thomas Klebe, Chef des Arbeitnehmergremiums. GM verstoße mit der geplanten Aufgabe des Vectra in Luton gegen bestehende Standortsicherungsverträge. "Die Schließung werden wir nicht akzeptieren", betonte Klebe.
Der schwache Absatz und der Preisdruck in Europa sind nach Angaben von GM dafür verantwortlich, dass der Gewinn je Aktie im Gesamtkonzern im vierten Quartal auf 1,10 bis 1,20 Dollar fällt. Die Analysten hatten 1,70 Dollar je Aktie erwartet.

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