Gewinnwarnung ist wenig wahrscheinlich
Märkte orakeln über Gewinnziel von SAP

Die Spekulationen darüber, dass die Walldorfer SAP AG ihre Gewinn- und Umsatzziele in diesem Jahr nicht erreichen wird, reißen nicht ab. UBS Warburg hat das Kursziel für SAP am Dienstag von 65 auf 45 Euro gesenkt, nachdem andere Analysten zuvor ähnliche Korrekturen vorgenommen hatten.

jkn/tnt FRANKFURT/M. Mittlerweile erwarten rund zwei Drittel der Experten, dass der Softwarekonzern seine Gewinnerwartung nach unten revidieren muss, was nicht ohne Folgen für die SAP-Aktie bleibt. Seit Mitte August hat das im Dax notierte Papier seinen Wert halbiert.

Trotz dieser Talfahrt will SAP die Spekulationen an den Finanzmärkten nicht kommentieren. "Wir nehmen zu solchen Marktgerüchten keine Stellung", sagte ein Sprecher. Konkrete Zahlen will der Softwarekonzern am 17. Oktober vorlegen.

Auch Hasso Plattner, Co-Vorstandssprecher und SAP-Mitgründer, folgte dieser Sprachregelung am Dienstag am Rande einer Veranstaltung in Frankfurt. Allerdings machte er keinen Hehl daraus, dass er mit den Aussagen vieler Analysten nicht einverstanden ist. "Wir sind mittlerweile ein Rentenpapier", sagte er mit Blick auf die Rendite der SAP-Aktie: "Ich kann die Berechnungen vieler Analysten nicht nachvollziehen".

Dem Aktienkurs der SAP halfen diese Aussage freilich kaum. Bis zum Mittag verlor das Papier rund 3 % auf rund 40 Euro. Dies spiegelt die große Verunsicherung der Investoren wider. Der negative Ausblick vieler SAP-Wettbewerber wie etwa Oracle lastet auf dem SAP-Kurs. Gleichzeitig läuft das Geschäft der IT-Dienstleister schleppend, was Experten als einen weiteren Indikator für schlechte Zahlen sehen.

Zudem sind die Investoren vorsichtig geworden, nachdem SAP bei der Vorlage der Halbjahreszahlen überraschend die eigene Umsatzprognose für das gesamte Jahr von ursprünglich 15 % auf 5 bis 10 % reduzierte. Angesichts dessen zweifeln Experten seit längerem daran, dass SAP das Ziel, die operative Marge von 20 auf 21 % zu steigern, am Jahresende erfüllen kann.

SAP selbst hat dieses Ziel bislang nicht revidiert. Unter anderem soll eine massive Kostensenkung helfen, es zu erreichen. Allerdings sprechen auch noch andere Gründe gegen sinkende Gewinnerwartungen.

Zum einen teilt der Softwarekonzern deutliche Abweichungen vom eigenen Plan in der Regel sehr schnell nach dem Quartalsende mit. Dies ist bislang noch nicht geschehen. Zum anderen konnte SAP im abgelaufenen Quartal einige Großaufträge an Land ziehen. So will Siemens 440 000 Mitarbeiter mit der Portaltechnologie von SAP ausstatten. Auch Lufthansa denkt über einen solchen Schritt nach. Daimler-Chrysler will wiederum weltweit das SAP-Produkt "mySAP.com" einführen.

Unterdessen kündigte SAP-Chef Plattner am Dienstag an, die bislang selbst entwickelten Formulare der SAP-Software künftig durch Formulare zu ersetzen, die auf der weit verbreiteten Technologie des US-Unternehmens Adobe Systems (Adobe Acrobat Reader) beruhen. Die Kooperation mit Adobe werde SAP zwar keinen zusätzlichen Umsatz bringen, senke jedoch die Entwicklungskosten.

Quelle: Handelsblatt

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