Gewinnwarnung von Oracle ohne Einfluss
Deutsche Aktienwerte gut behauptet

Trotz Gewinnwarnung des zweitgrößten Softwareherstellers Oracle, tendieren die deutschen Standardwerte gut behauptet. Der Grund für die Stabilität am Markt ist der Kursumschwung an der US-Technologiebörse. Börsianer zeigen sich aber durchaus skeptisch ob einer Trendwende: "Man müsse erstmal abwarten, was heute in den USA passiert".

Reuters FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben am Freitag ungeachtet der Gewinnwarnung des weltweit zweitgrößten Softwarherstellers Oracle behauptet tendiert. Händler begründeten dies mit dem Kursumschwung an der US-Technologiebörse Nasdaq, die am Donnerstag im späten Handel deutlich zugelegt hatte. So habe die Oracle-Warnung zwar die Titel des Wettbewerbers SAP belastet, die zeitweise um knapp 10 % fielen. Jedoch habe sich der Rest des Marktes davon abkoppeln können. Damit ignorierte die Mehrheit der Technologietitel auch die Kurseinbrüche von High-Tech-Aktien an der Tokioter Börse, die am Freitag 3,3 % auf ein neues 15-Jahres-Tief von 12 261 Stellen nachgegeben hatte.

"Die Nasdaq hat gestern erneut gehalten und die Unterstützung um die 2070 Punkte verteidigt", sagte ein Händler. Die Standardwerte sowie die Blue-Chips der Wachstumswerte gewannen im Durchschnitt 0,6 beziehungsweise 0,7 %.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte im Mittagsgeschäft 0,2 % im Minus bei 6 110 Zählern. Am Neuen Markt verbuchte der Blue-Chip-Index Nemax50 einen Gewinn von 0,8 % auf 1843 Zähler, der alle Werte des Segments umfassende Nemax-All-Share-Index gab 0,4 % auf 1986 Punkte nach.

"Das ganze sei momentan mit Vorsicht zu genießen"

Ein Börsianer zeigte sich allerdings skeptisch und verwies auf die US-Eröffnung. "Ich würde das ganze momentan allerdings mit Vorsicht genießen, da man erstmal abwarten muss, was heute in den USA passiert". Die US-Futures deuteten am Mittag zunächst auf einen leichteren Start der Wall Street hin. Einige Händler zeigten sich davon allerdings weniger beunruhigt, da die Futures am Donnerstag noch stärker im Minus tendiert hätten, die Börsen sich später aber erholten. Die New Yorker Aktienmärkte hatten am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Insbesondere der Technologiesektor drehte nach anfänglichen Kurseinbußen im späten Handel deutlich ins Plus. Spekulationen um gute Gewinnaussichten des Computerherstellers IBM hätten den Stimmungsumschwung herbeigeführt, sagten Händler.

"Der Markt fängt an, zu separieren", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. "Infineon, Epcos und Siemens wurden von der Oracle-Meldung nicht belastet, sondern haben sich abgekoppelt und profitierten von einzelnen Meldungen. Das könnte ein Anzeichen dafür sein, dass wir irgendwo in der Nähe einer Bodenbildung sind." Auf die Aktien von Infineon und Epcos wirkte sich Händlern zufolge der Anstieg des US-Halbleiterindex in den USA am Donnerstag positiv aus. Infineon und Epcos legten jeweils um 3,8 % zu. Siemens gewannen 1,8 %, was Händler auf einen Auftrag zum Ausbau des UMTS-Netzes des skandinavischen Mobilfunkbetreibers Telia zurückführten. Indexschwergewicht Deutsche Telekom gewannen rund drei Prozent auf 26,98 Euro, was Händler auf eine Korrektur der jüngsten Verluste zurückführten.

Die Aktien von Thyssen-Krupp haben am Vormittag nach einer Gewinnnwarnung des Unternehmens einen Teil ihrer zuvor erzielten Gewinne wieder abgegeben, aber weiterhin im Plus notiert. Positiv wirke sich Händlern zufolge die laut Thyssen höher als erwartet ausfallenden Synergieeffekte aus. Das Papier notierte im Mittagsgeschäft mit einem Aufschlag von 0,2 % bei 18,56 Euro.

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