Gewinnwarnung
WCM kommt mit neuen schlechten Nachrichten

Bei WCM jagt eine schlechte Botschaft die nächste. Am Mittwoch gab das Unternehmen eine Gewinnwarnung heraus. Die Analysten schockte das auch nicht mehr.

Reuters FRANKFURT. Die Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft WCM hat im zweiten Quartal einen Verlust erlitten und wird ihr operatives Gewinnziel von 150 Millionen Euro für das Gesamtjahr verfehlen.

Der operative Verlust betrage im zweiten Quartal 13,5 Millionen Euro, so dass sich für das Halbjahr ein Fehlbetrag von 10,5 (Gewinn im Vorjahreszeitraum 57,2) Millionen Euro ergebe, teilte das im MDax gelistete Unternehmen am Mittwoch mit. Nachdem die WCM-Aktien vorübergehend vom Handel ausgesetzt wurden, drehte sie am Abend ins Minus.

Vor allem die schwachen Kapitalmärkte und intensive Spekulationen auf fallende Kurse hätten der Ergebnisentwicklung geschadet, hieß es. Vorstandschef Roland Flach wollte sich am Nachmittag nicht näher äußern und verwies auf die Pressekonferenz am Donnerstagvormittag. Dabei werde Flach aber keine brisanten Neuigkeiten präsentieren und auch kein neues Gewinnziel nennen, hieß es aus Unternehmenskreisen. Noch Mitte Juli hatte der WCM-Chef das Ergebnisziel bekräftigt und gesagt, er sehe keinen Grund für eine Gewinnwarnung.

Gewinnwarnung für Analysten keine Überraschung

Analysten reagierten gelassen. "Die Gewinnwarnung an sich ist keine Überraschung. Ich hätte für das Quartal allerdings eher mit einem Break-Even gerechnet", sagte Georg Kanders von der WestLB Panmure. Kanders stuft die Aktie allerding weiter als "Kauf" ein, da der Nettovermögenswert mit 9,47 Euro pro Aktie deutlich über dem derzeitigen Kursniveau liege. Vor allem Spekulationen über den in finanzielle Schwierigkeiten geratenen WCM-Großaktionär Karl Ehlerding belasteten in den vergangenen Wochen die WCM-Aktie.

Noch keine Einigung über Ehlerdings Aktienpaket

Denn Ehlerdings Gläubigerbanken haben sich immer noch nicht geeinigt, wie sie den Einstieg eines strategischen Investors ermöglichen wollen. Ehlerding will seinen Anteil auf bis zu 20 Prozent von derzeit 46 Prozent abbauen und damit den Großteil seiner privaten Schulden von knapp 500 Millionen Euro zurück zahlen. Dabei favorisiert die HVB-Tochter Vereins und Westbank - ebenso wie einige andere Institute eine Lösung, bei der Ehlerdings Kreditlinien bis Mitte 2004 offen gehalten werden, er dafür aber rund 25 Prozent an einen Investor abgeben muss. Die Bankgesellschaft Berlin und die Deutsche Bank haben diesem Vorgehen aber noch nicht zugestimmt und Verlangen von Ehlerding mehr Informationen zu seiner Vermögenslage. Weitere Gläubigerbanken Ehlerdings sind die BW-Bank, WGZ Bank sowie DZ Bank und Helaba.

Die WCM-Aktie lag gegen 18.15 Uhr mit 2,50 Prozent im Minus bei 3,12 Euro. Seit Jahresbeginn haben die Papiere knapp drei Viertel ihres Wertes verloren.

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