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Gewinnwarnungen belasten US-Markt

Nach zwei Tagen in der Gewinnzone wird die Wall Street am Freitag schwächer starten. Gewinn- und Umsatzwarnungen bei Dell und Palm belasten die US-Märkte am Morgen. Nachdem die erneute Zinssenkung den Dow Jones Index erstmals seit September über die psychologisch wichtige Marke von 11 000 Punkte hebt, hatten Marktbeobachter ohnehin mit einer Verschnaufpause gerechnet. Die Futures deuten auf einen leichten Handelsstart hin.

Die Gewinn- und Umsatzwarnungen bei Palm und Dell trüben die Stimmung deutlich. Beide Unternehmen bereiten die Anleger auf düstere Zeiten vor. Palm, der Hersteller von elektronischer Notizbüchern, reduziert die Umsatzprognosen für das laufenden Quartal um die Hälfte. Die Einnahmen sollen nun höchstens 160 Millionen Dollar betragen. Damit reduziert Palm bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit die Umsatzziele. Vor allem die verspätete Markteinführung der neuen m500-Serie sei für die schlechten Umsatzaussichten verantwortlich, so Palm-Chef Carl Yankowski. Einige Analysten spekulieren bereits, ob Palm zum Jahresende seine Bargeldbestände aufgebraucht haben könnte. Allein in diesem Vierteljahr gibt Palm rund 300 Millionen Dollar aus, um hohe Lagerbestände abzubauen. Die Aktie von Palm ist vorbörslich nicht nur das meistgehandelte Papier. Der Titel zählt vor Handelsstart auch zu den größten Verlierern.

Bei hohem Handelsvolumen muss auch Dell vor der Öffnungsglocke Punkte abgeben. Der weltgrößte Direktvertreiber von Computern warnt die Anleger vor enttäuschenden Ergebnissen. Mit einem Gewinn von 17 Cents konnte Dell zwar im vergangenen Quartal die reduzierten Gewinnerwartungen der Analysten erfüllen. Im laufenden Quartal wird der Gewinn aber statt der ursprünglich erwarteten 18 Cents Gewinn pro Aktie höchstens 17 Cents pro Papier betragen. Der Umsatz soll rund drei bis fünf Prozent unter dem Niveau Vorquartals liegen. Das erneut nachlassende Nachfrageumfeld für PCs und der zunehmende Preiskampf sind für diese Entwicklung verantwortlich.

Einer der Lichtblicke ist am heutigen Handelstag die Aktie von Lucent Technolgies. Vorbörslich tendiert sie unter den größten Gewinnern. Der französische Telekomkonzern Alcatel könnte an der Übernahme des angeschlagenen Hersteller von Telekom-Technologie interessiert sein. Das berichtet die New York Times in ihrer neusten Ausgabe. Laut Bericht soll der mögliche Kaufpreis bei über 40 Milliarden Dollar liegen. Würde Lucent bei dem derzeit sehr niedrigen Aktienkurs einer Übernahme zustimmen, wäre dies zwar ein Eingeständnis des Managements, dass die Verlustphase unerwartet lange anhalten könnte. Doch dem Unternehmen könnte es zu gute kommen. Den Anlegern jedenfalls gefällt die Nachricht.

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