Gewinnwarnungen belasteten
Europäische Börsen schließen leichter

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch überwiegend leichter geschlossen. Händlern zufolge belasteten Gewinnwarnungen mehrerer nordamerikanischer Technologieunternehmen die Stimmung.

Reuters. Am Vortag hatte nach Börsenschluss in den USA Nortel Networks, einer der weltweit führenden Anbieter von Glasfaserausrüstung für die Telekomindustrie, zum zweiten Mal seine Geschäftsprognose für das erste Vierteljahr gesenkt. Der US-Taschencomputer-Hersteller Palm stellte unter Verweis auf eine Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums für das kommende Geschäftsquartal einen unerwartet hohen Verlust in Aussicht. Beide Unternehmen kündigten zudem - ebenso wie der Unterhaltungskonzern Walt Disney - an, Stellen zu streichen.

Die europäischen Börsen hatten im frühen Geschäft unter dem Eindruck guter US-Börsen vom Vortag leichte Gewinne verzeichnet, allerdings überwiegend ins Minus gedreht, nachdem die Handelsplätze in den USA erheblich unter Druck gerieten. Am Abend (MEZ) notierte der Dow Jones Index 2,2 % tiefer auf 9 728 Punkten, der Nasdaq-Composite-Index verlor um mehr als 4,3 %.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte 1,72 % im Minus bei 2 980 Zählern, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 1,81 % auf 4 153 Punkte nachgab.

LONDON - Leichter

Die Londoner Börse präsentierte sich leichter. Der FTSE-Index gab 1,99 % auf 5 614 Zählern ab. Belastet von den Gewinnwarnungen der nordamerikanischen Unternehmen verbuchten die Titel des Technologieunternehmens Marconi mit einem Abschlag von neun Prozent den größten Kursverlust. Die Titel von British Telecom und Colt Telecom gaben je mehr als sieben Prozent ab.

ZÜRICH - Tiefer

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch nach einer über weite Strecken wenig veränderten Sitzung gegen den Schluss nachgegeben und schwächer geschlossen. Der SMI-Index schloss nach einem Tief auf 6 922,7 Zählern und einem Hoch auf 7 062,8 um 0,63 % tiefer auf 6 966,9 Punkten. Manche institutionelle Anleger neigten zudem dazu, vor dem Quartalsultimo Liquidität aufzubauen und daher Gewinne mitzunehmen, sagten Händler. Swiss Re gaben 0,4 % nach.

PARIS - Knapp behauptet

Die Pariser Aktienwerte gaben zum Handelsende nach. Der CAC 40-Index verlor 1,6 % auf 5 150,43 Punkte. Die Aktien von Alcatel gaben im Sog der Gewinnwarnugen Nortels um mehr als sieben Prozent ab. Nach 2000er Ergebnissen über Erwartungen von Analysten gewannen die Papiere von Bouygues 2,24 und die der Fernsehtochter TF1 4,4 %.

MAILAND - San Paolo belastet

In Madrid schloss der Mib 30-Index 1,31 % tiefer auf 38 247 Zählern. Im Mittelpunkt standen deutliche Kursverluste der Aktien der Bank San Paolo IMI, die vor dem Hintergrund des rückläufigen globalen Wirtschaftswachstums vor niedrigeren Gewinnen warnten. Die Titel verloren um mehr als fünf Prozent.

MADRID - Telefonica im Abwind

Die Börse in Madrid präsentierte sich im Sog von Kursverlusten des Indexschwergewichts Telefonica leichter. Der Ibex 35-Index notierte zum Handelsende 1,08 % unter dem Vortagesschluss bei 9 163,4 Zählern. Die Telefonica-Aktien verbilligten sich im Einklang mit der allgemeinen Tendenz der Telekom-Branche in Europa um 1,55 %.

AMSTERDAM - Leichter

Die niederländischen Aktienwerte präsentierten sich leichter. Der AEX-Index verlor 1,02 % auf 552,77 Zähler. Technologiewerte gaben nach und belasteten den Index. Die Papiere von Wolters Kluwer konnten sich gegen den Trend stemmen und setzten ihre starke Wertentwicklung des Vortages fort. Am Dienstag hatte das Unternehmen über den Erwartungen liegende Ergebnisse für 2000 mitgeteilt. Die Aktien schlossen mehr als vier Prozent höher.

WIEN - Gegen den Trend freundlich

Die Wiener Börse konnte sich von den schwachen internationalen Vorgaben lösen und schloss fester. Der ATX-Index schloss 0,39 % höher bei 1 169,37 Punkten. Ausschlag gebend für die gute Stimmung waren unter anderen Kursgewinne bei Wienerberger. Das Unternehmen hatte endgültige Zahlen für das Geschäftsjahr 2000 veröffentlicht. Besonders die Ankündigung einer höheren Dividende habe den Investoren gefallen, sagte ein Händler. Wienerberger legten um 3,65 % auf 22,70 (21,90) Euro zu.

BRÜSSEL - Fortis belastet Index

Die Brüsseler Börse präsentierte sich nach Kursverlusten des Indexschwergewichts Fortis schwächer. Der Bel 20-Index gab um 0,4 % auf 2 759,79 Punkte ab, nachdem er im frühen Handel Kurzuwächse verzeichnet hatte. Die im Index schwer gewichteten Finanzpapiere Fortis gaben um 2,81 % nach, was Händler mit Gewinnmitnahmen begründeten. Wengier schwankungsanfällige Titel wie die des Einzelhändler Delhaize und des Chemiekonzerns Solvay legten dagegen zu.

STOCKHOLM - Ericsson-Verluste ziehen OMX nach unten

Gewinnmitnahmen und daraus resultierende starke Kursverluste beim schwer gewichteten Mobilfunkunternehmen Ericsson haben den OMX-Index in die Tiefe gezogen. Das maßgebende Barometer der Stockholmer Börse notierte mehr als vier Prozent im Minus auf 864 Punkten. Nachdem die Titel von Ericsson nach Bekanntgabe eines Zwei- Milliarden-Dollar-Sparprogramms am Vortag zehn Prozent zugelegt hatten, nahmen die Investoren Händlern zufolge nun Gewinne mit. Ericsson gaben um acht Prozent nach.

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