Archiv
Gewinnwarnungen regieren die Märkte

Gegen Mittag erholen sich die US-Indizes von den gröbsten Kursverlusten. Punktgewinne bei Microsoft hieven den Nasdaq Index kurzfristig ins positive Terrain. Vor allem Einzelhandel- und Softwareaktien profitieren. Die Nachrichtenlage ist jedoch alles andere als rosig.

Vor allem Computer- und Pharmawerte gehören zu den größten Verlierern. Die negativen Nachricht bei Compaq Computers zeigt, dass die PC-Branche weiterhin angeschlagen ist. Die Gewinnwarnungen bei Tiffany & Co und Allstate drücken die Stimmung zusätzlich. Photokonzern Polaroid steht kurz vor dem Bankrott. Mit der Nachricht schockt das Wall Street Journal seine Leser. Das Blatt berichtet, der Pionier der Sofortfotografie stecke in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten. Am kommenden Donnerstag läuft die Rückzahlungsfrist für einen großen Kredit aus. Die Aktie verliert mehr als ein Drittel an Wert.

Während den Nasdaq Index Kursverluste bei Qualcomm, Comverse Technologies und Flextronic in Schach halten, dreht der Dow Jones Index ins Plus. Die Punktgewinne bei General Motors, Procter & Gamble und IBM hieven das Börsenbarometer in die Gewinnzone. Finanz- und Chiptitel geraten unter Druck. J.P. Morgan und Citigroup notieren schwächer. Wacker schlagen können sich dagegen die Papiere der Einzelhandels- und Chemieindustrie. Sie notieren im grünen Bereich.

Ansonsten kommt die Ergebnissaison langsam in Schwung. DoubleClick meldete gestern nach Handelsschluss zwar Quartalszahlen im Rahmen der Erwartungen. Doch bereitete die Online-Werbeagentur die Anleger bereits auf ein schwächeres drittes Quartal vor. Die Aktie zählt mit einem Minus von über sieben Prozent zu den größten Verlierern.

Schwächer tendieren im Handelsvolumen Yahoo und Motorola. Beide Unternehmen werden heute Quartalsdaten veröffentlichen. Was die Zahlen von Internetportal Yahoo angeht, scheinen die Investoren nach den Ergebnissen von DoubleClick nicht mehr all zu zuversichtlich gestimmt. Wie so manches Unternehmen erwartet Yahoo in diesem Quartal ein schlechteres Quartalergebnis als im Vorjahreszeitraum - diesmal soll das Geschäftsergebnis lediglich ausgeglichen ausfallen. Im Vorjahresquartal konnte das Unternehmen einen Gewinn von elf Cents ausweisen. Die Aktie verliert im Handel fast fünf Prozent an Wert.

Das Papier von Handykonzern Motorola notiert ebenfalls schwächer. Während sich die Analysten der Deutschen Banc Alex Brown am Vortag kritisch zu Wort meldeten und ihre Ergebnisprognosen von einem Verlust von zwölf auf 15 Cents pro Aktie erhöhten, äußerten sich die Spezialisten von Morgan Stanley positiv und bestätigten den Titel zum Kauf. Doch die Wechseldusche der Analystenmeinungen hilft nicht viel. Die Investoren zeigen sich was das anstehende Ergebnis angeht eher pessimistisch und trennen sich von der Aktie.

Doch es scheint auch Unternehmen zu geben, die besser als erwartet abschneiden werden. Zumindest haben die Analysten von Lehman Brothers die Prognosen für General Motors erhöht. Kursgewinne verbucht auch die Aktie von DaimlerCrysler. Das Papier profitiert von einer Kaufempfehlung des Brokerhauses J.P. Morgan. Die Analysten begründen ihre Einstufung mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Verkaufszahlen von Pkws in den USA ziehen wieder an und der Geschäftsverlust in Amerika könnte bei DaimlerCrysler wesentlich geringer ausfallen als erwartet. Das hat zumindest die Onlineausgabe der Detroit News gemeldet. Die Analysten von Lehman Brothers schließen sich zuversichtlich an.

Trotz guter Nachrichten notiert Medtronic in der Verlustzone. Der Ausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA gab dem Hersteller von Herzschrittmachern grünes Licht für "InSync III", die dritte Generation von Medtronics Herzschrittmachern. Die Analysten von Goldman Sachs bestätigen die Aktie von Medtronic auf der Empfehlungsliste.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%