Gewinnwarnungen sorgen für schlechte Stimmung
Getrübte Hoffnungen an den US-Börsen

Die Prognosen von US-Technologieunternehmen wie Juniper Networks und Jabil Circuit haben nach Händlerangaben am Donnerstag an den New Yorker Aktienmärkten Hoffnungen auf eine rasche Erholung der US-Konjunktur zunächst getrübt und vor allem die Technologiewerte deutlich gedrückt.

rtr NEW YORK. Die Prognosen hätten die Marktteilnehmer daran erinnert, dass die Bilanzen auch im vierten Quartal schwach bleiben dürften, sagten Händler. "Der Markt will nach oben, aber wird hier und da durch Bilanzen nach unten gezogen", sagte Alan Ruskin, Research Director bei 4Cast Ltd. "Es scheint, dass die Weihnachtsrally an Schwung verliert." Die Investoren fürchteten außerdem, dass sich die Krise in Argentinien auf andere Länder in der Umgebung ausweiten könne, sagten Händler.

Der Blue-Chip-Index Dow Jones Industrial schloss 0,84 % schwächer auf 9985,45 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Index notierte mit 3,24 % deutlich stärker im Minus auf 1918,52 Zählern, und der marktbreite S&P-500-Index verlor 0,84 % auf 1139,96 Punkte.

Der US-Netzwerkausrüster Juniper hatte zuvor mitgeteilt, er werde die Prognosen der Wall-Street-Analysten um rund 50 % verfehlen. Die Juniper-Aktien sackten zum Handelsschluss 17,66 % auf 18,88 Dollar ab. Der US-Elektronik-Auftragsproduzent Jabil Circuit Inc. verzeichnete im ersten Quartal nach eigenen Angaben einen Gewinneinbruch um 80 %. Mit einer Rückkehr auf den Wachstumspfad sei nicht vor dem dritten und vierten Quartal zu rechnen, hieß es. Die Aktie gab 14,14 % auf 21,25 Dollar nach. Auch die Gewinne der drei größten US-Investmentbanken sind auf Grund der Börsenflaute und des Wirtschaftsabschwungs im zurückliegenden Vierteljahr drastisch geschrumpft. Den mit minus 50 % größten Gewinneinbruch gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnete Lehman Brothers. Die Aktie gab 0,54 % auf 66,17 Dollar nach. Händler sagten, der Gewinnrückgang habe im Rahmen der Erwartungen von Analysten gelegen. Bei den Wettbewerbern Goldman Sachs und Bear Stearns sackten die Gewinne um 17 und respektive um 21 % ab. Die Aktien von Bear Stearns fielen rund ein Prozent auf 58,38 Dollar, die Titel von Goldman Sachs gaben 2,2 % auf 92,31 Dollar nach. Im Mittelpunkt des Geschäfts stand nach Händlerangaben die Aktie des Telefonkonzerns AT&T, nachdem der Kabelfernseh-Anbieter Comcast die Übernahme der Kabelsparte von AT&T für 72 Mrd. Dollar (rund 156 Mrd. DM) angekündigt hatte. AT&T-Aktien waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange und schlossen 6,25 % im Plus auf 17,85 Dollar. Die Verluste der Aktien der zweitgrößten US-Bank JP Morgan hätten den Dow-Jones-Index belastet, sagten Händler. Die Bank hatte zuvor mitgeteilt, die gesicherten Forderungen der Bank bei dem unter Gläubigerschutz stehenden US-Energiehändler Enron seien mehr als doppelt so hoch als zunächst angegeben. Die Aktie fiel 3,89 % auf 36,52 Dollar. Auch Sorgen um eine mögliche Ausweitung der Krise in Argentinien auf andere Länder der Region belasteten den Markt, sagten Händler. "Jeder wusste, dass es in Argentinien ein großes Problem gibt. Sie hoffen nur, dass es sich nicht auf die anderen Länder in diesem Gebiet ausbreitet", sagte Lance Zipper, Geschäftsführer Aktienhandel bei Brean Murray & Co. An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,44 Mrd. Aktien den Besitzer, dabei überwogen 1854 Verlierer 1262 Gewinner, und 222 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen nach Umsätzen von 2,01 Mrd. Aktien 2404 im Minus, 1280 im Plus und 309 unverändert.

Die richtungweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen notierten zuletzt unverändert mit 99-21/32 und rentierten mit 5,044 %, die 30-jährigen Papiere stiegen 14 Stellen auf 99-10/32 Zähler. Ihre Rendite fiel auf 5,43 %.

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