Gewinnwarnungen und Stellenabbau belasten Börsen
Cisco und Philips zwingen Aktienmärkte in die Knie

Schlechte Nachrichten aus der High-Tech-Branche haben die Aktienmärkte erneut in die Knie gezwungen. Der Dax verlor bis zum Dienstagmittag 2,56 %.

ap FRANKFURT/MAIN. Schlechte Nachrichten aus der High-Tech-Branche haben die Aktienmärkte erneut in die Knie gezwungen. Der Dax verlor bis zum Dienstagmittag 2,56 % und Nemax 50 rauschte sogar um 8,45 % in die Tiefe. Der US-Netztechnikanbieter Cisco hatte angesichts rückläufiger Nachfrage seine Gewinn- und Umsatzprognose für das dritte Quartal nach unten korrigiert und den Abbau von rund 8 500 Stellen angekündigt. Wenig später schloss der niederländische Philips-Konzern einen Verlust im zweiten Quartal nicht aus und kündigte den Abbau von bis zu 7 000 Stellen an.

Hinzu kam ein Bericht des "Wall Street Journals", Texas Instruments wolle mindestens 2 000 Stellen streichen angesichts der gesunkenen Nachfrage nach Halbleiterprodukten. Vor sieben Wochen hatte der Chip-Hersteller bereits gewarnt, dass der Umsatz im ersten Quartal 20 % unter dem Wert der letzten drei Monate 2000 liegen könnte.

Angesichts dieser schlechten Nachrichten brachen vor allem die High-Tech-Werte im Dax ein: Infineon und die Telekom verloren mehr als fünf Prozent und Siemens sogar mehr als sechs Prozent.

Dass vor allem die früheren Träger des Konjunkturbooms unter der Abkühlung des Wirtschaftsklimas leiden und auch die kommenden Monate eher mit Skepsis betrachten, hat seinen Grund. Bei den Ausgaben für die Fortentwicklung von Software werde gespart, sagte Wertpapieranalyst Volker Haas von der Vereins und Westbank. - Die Aufträge an die IT-Branche sprudelten nicht mehr so wie in der Vergangenheit, denn die Kunden sparten derzeit auch beim Sachaufwand. So fragten sich beispielsweise immer mehr Unternehmen, ob sie wirklich jedes Jahr einen Relaunch ihrer Internetseite brauchten.

Dramatischer Gewinneinbruch bei Philips

Der dramatische Nachfrageeinbruch in der Telekommunikation und der PC-Industrie belaste Philips seit vergangenem Dezember, begründete der Elektronikkonzern denn auch seine düstere Prognose. Darunter litten vor allem das Geschäft mit Bauelementen, elektronischen Produkten für den Konsumgütermarkt und zu einem geringeren Maß auch die Halbleiter. Das Geschäft unter anderem mit Medizinischen Systemen und Beleuchtung habe sich dagegen erwartungsgemäß solide entwickelt.

Bereits in den ersten drei Monaten hatte das Unternehmen einen dramatischen Gewinneinbruch verzeichnet. Der Nettogewinn stürzte auf 106 Mill. ? (206 Mill. DM) ab, nach 1,14 Mrd. ? im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen in Amsterdam mitteilte. Das Betriebsergebnis verringerte sich von 663 auf 332 Mill. ?. Der Umsatz sank leicht von 8,33 Mrd. auf 8,21 Mrd. ?.

Auch für die Zukunft zeigte sich der Konzern wenig optimistisch. Es gebe keine Anzeichen dafür, das die Konjunkturabkühlung insbesondere in den USA sich dem Ende nähere. Das Nettoergebnis könnte im zweiten Quartal daher negativ sein, sagte das Unternehmen voraus.

Cisco rechnet nach eigenen Angaben für das dritte Quartal mit einem Gewinn je Aktie im niedrigen einstelligen Bereich und einem Umsatzrückgang um 30 % gegenüber den vorangegangenen drei Monaten. Damals hatte das kalifornische Unternehmen einen Umsatz von 6,7 Mrd. Dollar (14,85 Mrd. DM) erzielt. Die Nachfrage sei in diesem Jahr so dramatisch eingebrochen, dass die Warenbestände, die normalerweise für vier Monate gereicht hätten, jetzt für zwölf Monate ausreichten, sagte Cisco-Chef John Chambers.

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