Gewinnzone angepeilt
Intershop-Sparkurs trägt erste Früchte

Der Softwareanbieter Intershop hat im ersten Quartal 2002 seinen Nettoverlust im Vergleich zum Vorquartal verringert und eigene Umsatzerwartungen leicht übertroffen.

Reuters FRANKFURT. Unter Einbeziehung der Restrukturierungskosten habe Intershop seinen Nettoverlust auf 13,3 Millionen Euro von 24,7 Millionen Euro im vierten Quartal 2001 gesenkt, teilte das im Auswahlindex Nemax 50 gelistete Unternehmen mit. Intershop bekräftigte, bei einer leichten Konjunkturbelebung und einer Forcierung des Lizenz-Geschäfts in diesem Jahr die Gewinnzone vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Quartalsbasis erreichen zu wollen.

Lizenzumsätze deutlich gestiegen

Der Umsatz sei im ersten Quartal auf 12,2 Millionen Euro von 11,7 Millionen Euro im Vorquartal gestiegen, teilte die Firma weiter mit. Intershop-Chef Stephan Schambach hatte im Februar gesagt, die Umsatzhöhe im ersten Quartal 2002 solle in etwa der des vierten Quartals von 11,7 Millionen Euro entsprechen. Intershop-Finanzvorstand Jürgen Schöttler sagte, für das zweite Quartal werde ein gleichbleibender Umsatz oder eine leichte Verbesserung erwartet.

Der Lizenzumsatz, der 51 Prozent der Gesamterlöse ausgemacht habe, sei zu Jahresbeginn zum vorangegangenen Vorquartal um die Hälfte auf 6,2 Millionen Euro gestiegen. Analysten zeigten sich von dem Anstieg der Lizenzumsätze positiv überrascht. "Das ist schon eine positive Überraschung bei einem Unternehmen, das eigentlich große Probleme hat. Das zeigt zumindest das Vertrauen der Kunden", sagte Analyst Mirko Maier von der Landesbank Baden Württemberg.

Weitere Kostensenkung

Die Gesamtkosten seien im Vergleich zum vierten Quartal um 30 Prozent auf 25,6 Millionen Euro reduziert worden, teilte Intershop weiter mit. Der Vorstand erwarte, dass die Gesamtkosten im zweiten Quartal auf 18 Millionen Euro gesenkt werden könnten. Die Gesamtsumme der liquiden Mittel belief sich zum 31. März auf 35,8 Millionen Euro nach 36,3 Millionen Euro Ende 2001, wie es hieß.

"Break-even nicht gesichert"

Experten begrüßten vor allem den deutlichen Anstieg des Lizenzumsatzes, halten des Erreichen der Gewinnzone beim Ebitda auf Quartalsbasis in diesem Jahr allerdings noch nicht für gesichert. DZ-Bank-Analyst Matthias Dürr sagte, die Lizenzerlöse seien besser ausgefallen, als er erwartet habe. Angesichts der schwachen Vergleichzahlen sei der Anstieg aber zu relativieren.

Ob Intershop die Gewinnzone beim Ebitda auf Quartalsbasis 2002 erreicht, hängt Dürrs zufolge stark von der Entwicklung der Lizenzumsätze ab. "Wenn Intershop dieses Jahr schon die Gewinnzone ereicht, würde das positiv überraschen. Dafür ist aber ein Umsatz von 16 bis 17 Millionen Euro im vierten Quartal notwendig, davon gehe ich nicht aus".

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