Gewinnzone möglicherweise schon vor 2006 in Reichweite
Mobilcom-Chef Schmid setzt voll auf UMTS

Das Telekommunikationsunternehmen Mobilcom setzt voll auf Wachstum und den zukünftigen Telefonstandard UMTS. Mobilcom - Chef Gerhard Schmid nutzte die Bilanzpressekonferenz des Unternehmens am Dienstag in Hamburg, um die langfristige Entwicklung von Mobilcom zu präsentieren.

dpa HAMBURG. Danach werden im Jahr 2010 rund zwölf Mill. Kunden mit Mobilcom über UMTS telefonieren und Daten austauschen. "Wir haben jetzt 6,5 Mill. Kunden im Mobilfunk, im Internet und im Festnetz", sagte Schmid. Es sei leichter, diese Kunden in die UMTS-Nutzung zu integrieren als neue Kunden zu gewinnen. Eine Verdopplung der Kundenzahl innerhalb von neun Jahren sei durchaus realistisch.

Gleichzeitig verbessere sich die finanzielle Lage des Unternehmens aus Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) durch den Aufbau des eigenen UMTS-Netzes beträchtlich. "Gegenwärtig reichen wir drei Viertel unseres Umsatzes an die Netzbetreiber weiter, machen aber die ganze Arbeit bei Kundengewinnung und Betreuung", sagte der Vorstandschef und Großaktionär. Künftig werde Mobilcom 100 % der Umsätze zur Verfügung haben und damit sowohl den Unterhalt des Netzes, als auch die hohen Zinsen und Abschreibungen für die UMTS- Lizenz finanzieren.

Auf der Basis steigender Kundenzahlen und sinkender Kosten werde die Gewinnmarge in der Mitte des Jahrzehnts steil ansteigen. Gegenwärtig überarbeite Mobilcom den Business-Plan, der bislang Gewinne ab 2006 vorsah. "Es gibt einige Anzeichen, dass die Gewinnzone eventuell früher erreicht werden kann", sagte Schmid. Er strebe an, die Marktanteile in den Geschäftsbereichen Mobilfunk, Festnetz und Internet kontinuierlich zu erhöhen.

Das Jahr 2000 war laut Schmid das wichtigste in der Geschichte seines Unternehmens. "Wir haben uns für eine klare Wachstumsstrategie entschieden und in allen Segmenten zugelegt", sagte er. Zudem habe sich MobilCom bei France Telecom in einen starken internationalen Verbund eingeklinkt und mit dem Erwerb der UMTS-Lizenz den Einstieg in eines der letzten großen Oligopole erreicht. "Damit haben wir uns in den wesentlichen Wachstumsmarkt eingekauft", sagte Schmid. "Der Kauf der Lizenz für 16 Mrd. DM war ein gutes Geschäft."

Im abgelaufenen Jahr steigerte Mobilcom den Umsatz um 90 % auf 4,6 Mrd. DM und verdoppelte die Zahl der Mobilfunk-Kunden auf vier Millionen Dabei habe sich das Unternehmen für eine Qualitätsstrategie entschieden und weise einen deutlich höheren Anteil an Vertragskunden aus als der Branchendurchschnitt. Vertragskunden bringen regelmäßige und höhere Erträge als Mobiltelefonierer mit vorausbezahlten Karten. Mit einem Marktanteil von 12,3 % bei den Vertragskunden sei Mobilcom vom Nischenunternehmen zu einem ernsthaften Marktteilnehmer geworden.

In der Ertragsrechnung hat das schnelle Wachstum, das über Werbung, Provisionen und Prämien erreicht wird, seine Spuren hinterlassen. Die Wachstumskosten sowie einige Sonderfaktoren haben zu einem Betriebsverlust von 175 Mill. DM geführt. Finanzchef Thorsten Grenz wies jedoch darauf hin, dass Mobilcom mit einer Eigenkapitalquote von 40 % nach wie vor sehr solide finanziert sei.

Der Kurs der Mobilcom-Aktie reagierte am Neuen Markt auf die Jahreszahlen mit einem kräftigen Abschlag von mehr als sieben Prozent und erreichte mit 27 Euro ein neues Zwölf-Monats-Tief. Damit ist die Aktie nach Schmids Ansicht drastisch unterbewertet. Im vergangenen März stand der Kurs bei 210 Euro.

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