Gewinnzone soll erstmals 2003 erreicht werden
QSC tief in der Verlustzone

Reuters DÜSSELDORF. Die QSC AG, Anbieter von breitbandigen Internetzugängen, wird sich nach dem stark ergebnisbelastenden Netzaufbau in 44 deutschen Großstädten nun auf die Vermarktung ihrer DSL-Leitungen konzentrieren. Bei einem Netzpotenzial von einer Million Geschäftskunden und 20 Mill. Privatkunden werde im laufenden Jahr ein Absatz von 40 000 bis 50 000 (Vorjahr 9000) DSL-Leitungen angestrebt, sagte Vorstandschef Bernd Schlobohm am Donnerstag in Düsseldorf. In Konkurrenz zur Telekom kämpfe QSC zwar wie "David gegen Goliath", doch sei man sicher, Marktanteile gewinnen zu können. Im Privatkundengeschäft werde QSC ab April in Bremen und Bremerhaven mit einem Multimediapaket starten, kündigte Schlobohm an. Die Geschäftsentwicklung verlaufe planmäßig.

Die am Neuen Markt notierte Kölner QS Communications AG ist 2000 aufgrund hoher Investitionen erwartungsgemäß tief in die Verlustzone geraten und erwartet im laufenden Jahr einen noch höheren Fehlbetrag. Bei einem Umsatz von 5,0 (1,6) Mill. Euro sei vor Steuern ein Verlust von 89,2 (Vorjahr minus 7,5) Mill. Euro angefallen. Die Investitionen für den Aufbau einer eigenen Breitband-Infrastruktur wurden mit 85,8 Mill. Euro beziffert. Dennoch verfüge QS Communications über liquide Mittel in Höhe von 294,8 Mill. Euro. "Wir sind sehr eigenkapitallastig und haben keine Schulden", sagte der für Finanzen zuständige Vorstand Markus Metyas. 2001 werde vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ein Fehlbetrag 90 bis 120 Mill. Euro erwartet und eine deutliche Umsatzsteigerung auf 38 bis 46 Mill. Euro. Die Gewinnzone werde erstmals 2003 erreicht werden. Die mit 13 Euro im April vergangenen Jahres eingeführte QSC-Aktie verlor am Donnerstag 11,11 % und wurde mit vier Euro gehandelt.

In Norddeutschland startet QSC ab April die Vermarktung ihres Produktes Q-DSL für Privatkunden. Für 59 Euro pro Monat könne der Verbraucher neben dem schnellen Internetzugang DSL (Digital Subscriber Line) 2000 Telefonminuten erwerben und zwei Videos herunterladen. Gebühren für das Telefonieren zwischen QSC-Netz-Teilnehmern würden nicht entstehen. Andere Netzbetreiber müßten Verbindungs-Gebühren bezahlen, ergänzte Schlobohm.

Positive Impulse erwartet der Vorstand von den am Freitag anstehenden Entscheidungen der Regulierungsbehörde, die die Entwicklung des Wettbewerbs auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt mitbestimmen werden. Neben dem Monatsentgelt der Telekom für DSL, der Preisfestsetzung für den Teilnehmeranschluss im Ortsnetz, das zu gut 98 % durch die Telekom dominiert wird, wird die Behörde auch über das sogenannte Line Sharing entscheiden. Mittels dieser Technologie können über Telefonleitungen sowohl Sprache als auch Daten übertragen werden. Wenn die Telekom ihr Netz künftig aufgeteilt zur Mitbenutzung für die Datenübertragung zur Verfügung stellen müsse, würde dies den Zugang zum Massenmarkt beschleunigen", sagte der Vorstandchef.

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