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Gewitterstimmung an der Wall Street

Kein guter Tag an New Yorks Börsen: Nachdem das Konsumentenvertrauen im August stärker gesunken ist als erwartet, warfen einige Anleger ihre Hoffnung auf eine Erholung noch in dieser Jahreshälfte über Bord.

Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index bauten ihre Verluste bis zum Handelsschluss kontinuierlich aus. Der Index der 30 US-Standardwerte rutschte 1,5 Prozent in die Verlustzone und schloss bei 11 220 Punkten. Das Börsenbarometer der technologielastigen Nasdaq schlitterte 2,3 Prozent ins negative Terrain und kam bei 1868 Zählern zum Stillstand.

Auslöser für die Verkaufstimmung waren die bereits im frühen Handel veröffentlichten Daten zum Verbrauchervertrauen. Die Zuversicht der US-Konsumenten liegt nun mit 114,3 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit vier Monaten. Die Mehrheit der Beobachter hatte mit einem Anstieg des Verbrauchervertrauens auf 117,5 Punkte gerechnet. Die Enttäuschung der Anleger ist verständlich und die Sorge um eine ebenfalls unzufriedenstellende Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes nun um so größer.

Nicht zuletzt schützten die bisher relativ stabilen Konsumentenausgaben die US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten vor einer steileren Talfahrt.

Einen kleinen Lichtblick gibt es jedoch: der Index, der die Stimmung zum Konjunkturverlauf des nächsten halben Jahres misst, ist im Juli von 92,9 auf 93,3 Punkte gestiegen. Während die Stimmung zum derzeitigen Wirtschaftsumfeld nachlässt, befinden sich die Zukunftserwartungen im Aufwind. New Yorks wichtigsten Aktienindizes hilft das am Dienstag jedoch wenig.

Die schlechte Marktstimmung machte fast allen Branchen zu schaffen. Zu den größten Verlierern gehören vor allem Computer- und Softwareaktien. Neben IBM und Dell verloren auch Microsoft und Peoplesoft an Wert. Serverspezialist Sun Microsystems litt im Vorfeld der anstehenden Analystenkonferenz unter schlechten Kommentaren mehrerer Brokerhäuser. Goldman Sachs reduzierte die Umsatzerwartungen für das laufende Quartal um 100 Millionen Dollar auf 3,7 Milliarden Dollar und halbierte die Gewinnprognosen auf einen Cent pro Aktie. Für das Geschäftsjahr 2002 korrigieren die Experten die Ergebnisaussichten von ursprünglich 37 Cents pro Aktie auf 28 Cents pro Aktie. Damit liegen sie sechs Cents unter den Konsensschätzungen der Wall Street. Die Experten von Lehman Brothers stellen eine Erholung der Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte in Frage und bestätigten die Aktie mit "halten".

Neben Finanzwerten schnitten auch Pharmawerte am Dienstag schlechter ab. Neben Pfizer notierten Eli Lilly und Schering-Plough schwächer. Einziges Highlight: Herzschrittmacher-Spezialist Medtronic. Die Aktie konnte gegen den allgemein schlechten Markttrend zulegen, nachdem die US-Gesundheitsbehörde die Marktzulassung für eines von Medtronics Geräten erteilte.

Ölaktien nutzten am Dienstag die guten Worte von Brokerhaus Prudential Securities wenig. Während der S&P 500-Index in den vergangenen sieben Wochen vier bis fünf Prozent verloren hat, konnten die Aktien des Ölsektors zwischen sechs und acht Prozent zulegen. Ein Trend, der anhalten dürfte, so Prudential. Die Gewinnmargen des Sektors seien auf dem besten Weg, sich von den Tiefständen zu erholen. Zu den Favoriten der Experten zählen unter anderem Chevron und Texaco. Doch die Aktien dieser Unternehmen gingen ebenso wie das Papier von Exxon Mobil mit Kursverlusten aus dem Rennen.

Medienaktien wie AOL Time Warner und Walt Disney notierten schwächer. Konsumtitel wie Procter & Gamble und Johnson & Johnson gerieten genauso in den Abwärtssog. Einzig das Papier von Philip Morris und die Aktie von AT&T waren zum Handelsschluss noch auf der Dow Jones Gewinnerliste zu finden.

Selbst der Sektor der Chiphersteller konnte sich mit guten Nachrichten am Dienstag nicht gegen die allgemein trübe Marktstimmung durchsetzen. Mit der Aussicht auf eine baldige Erholung der US-Konjunktur hatte Texas Instruments am Morgen für positive Impulse gesorgt. Doch von Texas morgendlichen Kursgewinnen war gegen Abend kein Punkt mehr übrig. Die Aktie schloss 0,5 Prozent im Minus.

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