GFT, Concept und Antwerpes erfüllen reduzierte Erwartungen – Pixelpark bereitet Analysten Kopfzerbrechen
Multimediafirmen in der Talsohle

Der tiefe Sturz der Internet-Agenturen scheint vorerst gebremst - Anlass zur Entwarnung gibt es jedoch noch nicht. Die am Donnerstag veröffentlichten Quartalszahlen der Multimediafirmen GFT, Concept und Antwerpes lagen im Rahmen der zuvor reduzierten Erwartungen. Nach dem der Boom der Jahre 1999 und 2000 in diesem Frühjahr jäh abbrach, geben sich die von der Investitionsfreudigkeit der Industrie besonders abhängigen Unternehmen zurückhaltend bei ihrer Prognose für die Zukunft. Angesichts der verheerenden Folgen, die die Flut von Umsatz- und Gewinnwarnungen am Aktienmarkt hatte, wollen sie offenbar nicht noch einmal Gefahr laufen, gleich doppelt von der Konjunkturschwäche getroffen zu werden.

FRANKFURT/M. "Im Moment scheint sich die Lage wöchentlich zu drehen", schildert Ulrich Dietz, Vorstandschef der Schwarzwälder GFT Technologies AG, die unsichere Auftragssituation. Der Tiefpunkt sei in der Jahresmitte erreicht worden. Die darauf folgende Stabilisierung sei mit den Terroranschlägen vom 11. September jäh unterbrochen worden: "Insbesondere in der Konsumgüterindustrie hat sich seither die Investitionszurückhaltung verschärft."

Dank der seit August konsolidierten IT-Tochter Emagine konnte GFT im 3. Quartal seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppeln, auf 43,5 Mill. Euro. Ohne die Erlöse der Tochter ging der Umsatz dagegen um gut zwei Mill. Euro auf 20,4 Mill. Euro zurück. Auch auf das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) hatte die Übernahme einen äußerst positiven Effekt: Zwar lag es mit 1,2 Mill. Euro nur bei einem Drittel des im Rekordjahres 2000 erwirtschafteten Gewinns. Ohne Emagine wäre es jedoch sogar leicht negativ ausgefallen. Dietz zufolge wird das Unternehmen das angepeilte Ebitda-Ziel von rund 10 Mill. Euro voraussichtlich knapp verfehlen. Grund dafür ist die verschobene Einbeziehung der neuen Tochtergesellschaft in die Konzernbilanz - Emagine hätte ursprünglich rückwirkend zum 1. Januar konsolidiert werden sollen. Deshalb verringert sich auch die Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 175 auf 144 Mill. Euro.

Analysten zeigten sich mit den Zahlen durchaus zufrieden. Hypovereinsbank-Analyst Stefan Borscheid lobt, dass es dem GFT-Management gelungen sei, zeitig auf die Kostenbremse zu treten. Der Berliner Konkurrent Pixelpark AG stecke hingegen trotz erheblicher Kosteneinsparungen noch weiterhin tief in den roten Zahlen. Borscheid geht deshalb davon aus, dass die Bertelsmann-Tochter mit den am kommenden Dienstag erwarteten Zahlen für das 3. Quartal eine Gewinnwarnung verbinden wird: "Der angekündigte Break-Even im 4. Quartal wird kaum zu bewerkstelligen sein." Auch Rainer Raschdorf von der DZ Bank ist sich nicht sicher, ob Pixelpark seine Hausaufgaben wirklich gemacht hat. Die rasante Auslandsexpansion des Unternehmens hatte angesichts des veränderten Marktes eine drastische Restrukturierung nötig gemacht, die noch in vollem Gange ist. Auch wenn die Aktie in den vergangenen Wochen beachtlich hinzugewonnen hat, raten beide Analysten vom Kauf ab.

Als die Wiesbadener Konkurrentin Concept AG sich zum Höhepunkt der Euphorie im März 2000 frisches Kapital an der Börse holte, eiferte sie der großspurigen Strategie der Bertelsmann-Tochter nach. Rückblickend profitierte die Concept möglicherweise davon, dass sie nur nachzog. "Die Firma hat nicht so heftig zugekauft und konnte deshalb ihr Geld zusammenhalten", sagt Raschdorf. Bislang sei es in Deutschland aber nur GFT gelungen, die kritische Größe zu erreichen, um international mithalten zu können.

Auf eine völlig andere Strategie setzt die Kölner Antwerpes AG. Sie erreicht zwar nur ein Zehntel des GFT-Umsatzes. Dem Wettbewerbsdruck entzieht sie sich jedoch durch eine Spezialisierung auf den Teilmarkt Pharma und Medizin.

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