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Gift für das Kapital

Eigentlich müssten es Bund und Länder doch besser wissen: Steuern sind ärgerlich, aber notwendig. Daran zweifelt niemand. Steuerunsicherheit hingegen ist investitionsfeindlich.

Nun müssen die deutschen Wagniskapitalgeber nicht nur auf eine bessere Konjunktur, auf ein besseres Börsenumfeld, auf bessere Verkaufsmöglichkeiten ihrer Beteiligungen warten. Nein. Sie müssen auch noch darauf warten, ob ihre Fonds künftig als gewerblich eingestuft werden oder nicht.

Für die Kapitalgeber bedeutet dies, dass ihre Fonds bei Beteiligungen an Unternehmen von mehr als 25 %als gewerblich eingestuft werden, und sie deshalb Gewerbesteuer zahlen müssen.

Einmal von den unzähligen Facetten dieses Problems abgesehen: Den zuständigen Behörden scheint nicht klar zu sein, dass es Kapitalgebern in aller Welt letztlich wurscht ist, wo sie investieren. Sie wollen gute Gewinne machen, sie wollen so wenige Steuern wie möglich zahlen. Und sie sind mobil. Sie gehen dorthin, wo sie am besten bedient werden.

Ausländische Investoren, wie zum Beispiel US-Pensionskassen, werden dann eben nicht in Deutschland investieren, wenn ihnen niemand sagen kann, ob und wie viele Steuern sie hier zahlen müssen. Folge: Deutsche Fonds, die bisher auch zahlreiche Gelder aus den Vereinigten Staaten einsammeln, trocknen aus, bekommen nicht mehr genügend Geld, um in innovative Unternehmen hier zu Lande zu investieren.

Nun wird sicher der eine oder andere anmerken, dass es zumindest bei den Kapitalgebern bestimmt keine Armen trifft. Das ist richtig. Doch letztendlich sind es die deutschen Startups, die weniger Geld bekommen könnten. Sie werden pleite gehen oder gar nicht erst loslegen - und das bringt weder Arbeitsplätze noch Steuereinnahmen.

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