Gigabell sorgt für Wirbel
Neuer Markt verliert deutlich

Zum Wochenausklang hat der Neue Markt eine Achterbahnfahrt hinter sich gebracht, die geprägt war von den Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq und der Meldung über das eingeleitete Insolvenzverfahren bei dem Internet- und Telekomanbieter Gigabell.

dpa-afx FRANKFURT. Vor dem Hintergrund der negativen Schlusstendenz der Nasdaq am Donnerstag Abend starteten die deutschen Wachstumswerte schwach in den Handel und arbeiteten sich bis zum Mittag zunächst in positives Terrain vor. Nach der Insolvenzmeldung von Gigabell, gepaart mit einer erneut schwach einsetzenden Nasdaq drehte der Neue Markt wieder stark ins Minus.

Der NEMAX 50 (Performance-Index) endete mit einem deutlichen Minus von 2,68% bei 5851,55 Punkten. Im Handelsverlauf schwankte das Barometer für die Entwicklung der Schwergewichte am Neuen Markt zwischen 5.839 und 6.021 Punkten. Der NEMAX-All-Share (Performance-Index) fiel um 1,41% auf 5413,64 Zähler.

Wie sich das schon in der jüngsten Vergangenheit abzeichnete, verstärkte sich zuletzt die Tendenz zur sorgfältigeren Selektion am Neuen Markt, erklärte eine Münchner Händleri. Dies werde durch Meldungen wie am Freitag von Gigabell noch verstärkt. Die Marktstimmung sei im Moment neutral, und Investoren hielten sich wieder stärker zurück. Einige hätten sich im Zuge des jüngsten Aufschwungs Ende August auch die Finger verbrannt. Das Potenzial für eine neue Aufwärtsbewegung sei vorhanden - hierfür brauche der Markt aber Zeit.

Gigabell sorgte am Freitag für den Paukenschlag am Neuen Markt: Der Internet- und Telekomanbieter hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Frankfurt die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Damit steht das erste Neuer Markt-Unternehmen vor einer möglichen Pleite. Grund sei der Verzug einer angelsächsischen Investorengruppe bei der Erfüllung eines am 25. August abgeschlossenen Beteiligungsvertrags. Die Aktie wurde um 15.20 Uhr bis auf weiteres vom Handel ausgesetzt - der letzte Kurs wurde auf Xetra bei 11,52 Euro festgestellt.

Infomatec wurden auch am Freitag extrem bewegt - die Aktien schwankten im Handelsverlauf zwischen 4,61 und 7,23 Euro. Auslöser für den Anstieg im frühen Handel war die Meldung, dass der Anbieter von Internet-Soft- und Hardware mit der Frankfurter Future Securities AG den zweiten Kursbetreuer nach Lang & Schwarz gewinnen konnte. Somit könnten die Aktien zunächst weiter am Neuen Markt gehandelt werden. Zudem wurden umfangreiche Personalveränderungen bei den Augsburgern angekündigt.

Die Meldung könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Umstrukturierung bei Infomatec sehr lange dauern wird und es sehr schwer wird das Vertrauen der Investoren wieder herzustellen, erklärte die Münchener Händlerin. Vielleicht verschwinde die Aktie auch ganz vom Kurszettel. Das Papier sei jedenfalls sehr spekulativ und das Verhältnis der Kursrisiken stehe in keinem Verhältnis zu dem eingesetzten Kapital. Institutionelle Investoren seien in dem Titel nicht mehr vertreten. Zum Handelsende wurde ein Minus von 9,11% auf 4,79 Euro registriert.

T-Online reihten sich mit einem Minus von 4,92% auf 29 Euro bei den Tagesverlierern im NEMAX 50 ein. Belastend wirkte eine Verkaufsempfehlung von UBS Warburg, deren Analysten ein Kursziel von 18 Euro aussprachen.

Medion konnten sich hingegen von Anfangsverlusten erholen und schlossen beim Anfangskurs bei 125 Euro. Der Computervertreiber hatte Unternehmenszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 1999/2000 vorgelegt. Die Umsatzerlöse stiegen um 55% auf 2,473 Mrd. DM oder 1,264 Mrd. Euro. Das DVFA-Ergebnis je Aktie sei überproportional von 0,89 Euro auf 1,43 angezogen.

Beta Systems gehörten mit plus 18,23% auf 9,73 Euro zu den Tagesfavoriten aus der zweiten Reihe. Der Berliner Anbieter von betriebswirtschaftlichen Softwarelösungen meldete am Morgen eine Vertriebsvereinbarung mit Hewlett-Packard.

Foris profitierten von der Ankündigung eines Aktiensplitts zum 18. September. Die Aktien gewannen 16,22% auf 43 Euro.

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