Gipfel in Barcelona: Einnahme-Einbruch in der Champions League

Gipfel in Barcelona
Einnahme-Einbruch in der Champions League

Nach 10 Wochen Winterpause geht mit dem 3. Spieltag der Zwischenrunde das große Abkassieren in der Champions League weiter. Doch für viele Clubs werden nach dieser Saison die großen Zahltage enden. In der kommenden Spielrunde fällt nicht nur die Zwischenrunde und damit eine beliebte Einnahmequelle weg, auch bei den Fernsehgeldern droht ein drastischer Einbruch.

HB/dpa HAMBURG. Dies gilt ganz besonders für die deutschen Vereine. Denn die großen deutschen Fernsehsender haben bis zum Stichtag am Freitag kein Angebot bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) eingereicht. Angesichts der Offerten vom Pay-TV-Kanal Premiere und dem Spartensender DSF ist derzeit mindestens mit einer Halbierung der Erträge aus dem deutschen TV-Markt zu rechnen.

Dies hätte unmittelbare Folgen für die Clubs, die den Großteil ihrer Einnahmen aus dem so genannten Marktpool bekommen. Diese richten sich "nach Maßgabe des Wertes des betreffenden nationalen Marktes", wie es bei der UEFA heißt. In der vergangenen Saison wurden an die deutschen Clubs aus diesem Marktpool über 80 Millionen Schweizer Franken (rund 54,5 Millionen Euro) ausgeschüttet, weit mehr als an die Vereine aus Italien (69,5), Frankreich (67,0), England (61,1) und Spanien (59,6). Bayern München kassierte als Meister allein 29,143 Millionen Franken. Das waren fast zwei Drittel der Münchner Gesamteinnahmen (46,924) aus der Champions League. Leverkusen bekam 21,904 Millionen Franken, Schalke 17,654 und Dortmund 11,629 Millionen aus dem TV-Topf.

Sportlich verlieren die Bundesliga-Clubs schon in dieser Saison an Bedeutung. Nach den ersten beiden Spieltagen der Zwischenrunde sind nur noch Manchester United, der AC Mailand sowie Inter Mailand und der FC Barcelona ohne Punktverlust. In der Leverkusen-Gruppe A würde BarÇa im Falle eines Erfolgs gegen Inter mit elf Siegen nacheinander einen Champions-League-Rekord aufstellen. Unter dem neuen Trainer Radomir Antic haben die Katalanen im Stadtderby gegen Espanyol am Wochenende ihren ersten Sieg nach sechs Spieltagen eingefahren. Antic setzte den Fans daraufhin schon wieder einen Floh ins Ohr: "Ich schließe nicht aus, dass wir die Champions League gewinnen."

Bei Inter ist von einer kämpferischen Haltung nichts zu spüren. Nach dem Verlust der Tabellenführung in der Serie A durch die 1:2- Niederlage bei Chievo Verona verlegten sich die Lombarden aufs Lamentieren. Inter-Boss Massimo Moratti klagte nach zwei fragwürdigen Elfmetern und einer Roten Karte die Schiedsrichter an: "Mit 10 gegen 14 kann man nicht gewinnen." Inter muss in Barcelona auf zehn Spieler verzichten, unter anderem auf Gabriel Batistuta, der nach seinem Wechsel vom AS Rom in der Champions League nicht spielberechtigt ist.

Die in der Gruppe B noch punktlosen Römer greifen im Duell mit dem FC Valencia bereits nach dem letzten Strohhalm. Valencia konnte bislang keines seiner sechs Europacup-Spiele in Italien gewinnen, erreichte bei zwei Champions-League-Teilnahmen aber jedes Mal das Finale. Der FC Arsenal will mit einem Sieg gegen Verfolger Ajax Amsterdam die Tabellenführung ausbauen. Die Londoner arbeiten verbissen am Triple Meisterschaft, Pokal und Champions League. "Wir wollen im Mai im Old Trafford sein, wenn hier das Endspiel der Champions League stattfindet", sagte Trainer Arsène Wenger.

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