Gipfeltreffen möglich
Weißes Haus hofft auf Nahost-Durchbruch

In die Nahost-Friedensbemühungen kommt Bewegung. Das Weiße Haus ebnete am Freitag mit einer Erklärung dem israelischen Regierungschef Ariel Scharon den Weg, den Nahost- Terminplan erstmals zu unterstützen. Noch am Freitag wollte Scharon auf die Erklärung reagieren und öffentlich seine Unterstützung für die US-Initiative erklären, berichteten US-Medien.

HB/dpa WASHINGTON/PARIS. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Bush einen Dreiergipfel mit Scharon und dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas anstrebt.

In der von Außenminister Colin Powell und der Nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice unterzeichneten Erklärung des Weißen Hauses werden die "erheblichen Bedenken" Israels gegen den Nahost-Terminplan zur Kenntnis genommen. Sie würden in Betracht gezogen, versprachen Powell und Rice. Powell sagte in Paris, die USA wollten jedoch keine Veränderungen an dem Konzept vornehmen. Der französische Außenminister Dominique de Villepin betonte beim Ende des G-8-Ministertreffens in Paris, es sei wesentlich den Nahost- Friedensprozess wieder in Gang zu bekommen. "Wir müssen aus diesem Zyklus der Gewalt herauskommen."

Die "New York Times" berichtete, die Annäherung sei am Dienstag beim Besuch von Scharons Stabschef Dov Weisglass in Washington ausgehandelt worden. Die Ankündigung des Weißen Hauses, die Bedenken Israels in Betracht zu ziehen, mache es für Scharon nun möglich, den Plan mit vorsichtigen Worten zu unterstützen.

Scharon bedient sich "kunstvoller Sprache"

Wie die Zeitung weiter berichtete, erlaubt eine "kunstvolle Sprache" Scharon, nach außen seine Unterstützung für den Friedensplan zur Schaffung eines unabhängigen Palästinenser-Staates zu erklären und dabei gleichzeitig den Ultrakonservativen in seinem Kabinett zu versichern, er unterstütze den Plan nicht uneingeschränkt. Die Palästinenser hatten den Friedensplan bereits öffentlich unterstützt. Scharons Einlenken würde den von Bush angestrebten Dreiergipfel möglich machen. Das Treffen mit Scharon und Mahmud Abbas könnte in der ägyptischen Stadt Scharm el Scheich stattfinden, die bereits mehrere Male Schauplatz von Konferenzen im Verlauf der Friedensbemühungen war. Der US-Sender CNN zitierte einen Regierungsbeamten mit den Worten, das Treffen sei noch nicht sicher, "aber es ist zunehmend wahrscheinlich".

Bush reist am 30. Mai nach Europa. Nach Zwischenstopps in St. Petersburg und Polen will er am G-8-Gipfeltreffen im französischen Evian teilnehmen. Nach Darstellung des Weißen Hauses könnten sich Besuche bei US-Truppen im Nahen Osten anschließen. In diesem Rahmen könnte Bush dann am 3. Juni zu einem Nahost-Gipfel nach Ägypten reisen.

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