G+J hält 60 Prozent, DAB 40 Prozent
DAB und Gruner + Jahr gründen Finanzportal

Betreiber des Portals ist die neu gegründete Business Channel AG. Neben Finanzprodukten und -informationen sollen dort auch Nachrichten zu finden sein.

Reuters HAMBURG. Das Hamburger Verlagshaus Gruner+Jahr (G+J) und die Direkt Anlage Bank (DAB) wollen ein gemeinsames Finanzportal gründen. Neben Finanzprodukten und-informationen sollten auf dem Internet-Portal auch Nachrichten angeboten werden, teilte heute die DAB mit. Das Portal werde von dem neuen Gemeinschaftsunternehmen Business Channel AG betrieben, in dem die DAB Community Concepts AG-Tochter und die G+J Business Channel GmbH aufgingen.

Der Hamburger Verlag G+J kündigte zudem an, auch den G+J-Internet-Dienstleister Kontor Visions in eine Aktiengesellschaft umwandeln zu wollen. Das Fusionsunternehmen Business Channel AG mit Sitz in München wird den Angaben zufolge zu 60 Prozent G+J und zu 40 Prozent der DAB gehören. In das Joint Venture werde auch die Business Channel Financial Media Service GmbH eingebracht, die auf die Entwicklung von Online-Anwendungen, Börsenspielen und Kurs-Tableaus spezialisiert ist. Der Fusion müssten noch die Gesellschaftergremien zustimmen.

Redaktionsgesellschaft soll eigene Beiträge liefern

Die am Neuen Markt notierte DAB ist eine Tochter der HypoVereinsbank. An G+J ist der Medienkonzern Bertelsmann mit 75 Prozent beteiligt. G+J und DAB planen den Angaben zufolge zudem, eine Gesellschaft zur unabhängigen Produktion der redaktionellen Beiträge zu gründen. Daran solle G+J mit 49 Prozent und die Business Channel AG mit 51 Prozent beteiligt werden. Die Redaktionsgesellschaft halte die Online-Lizenzen für die G+J-Wirtschaftstitel "Capital", "Impulse", "Börse Online" und "Bizz".

Der neue Business Channel wird das DAB-Portal investorworld.de ersetzen und so auch mit den Seiten der Commerzbank AG, der Deutschen Bank und der ConSors AG konkurrieren.

G+J will Kontor Visions als Content-Service-Anbieter etablieren

G+J will in den Internet-Dienstleister Kontor Visions eigenen Angaben zufolge einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. So solle Kontor Visions als einer der führenden Content-Service-Anbieter anderen Unternehmen Produkte und Dienstleistungen für den elektronischen Handel (E-Commerce) liefern. Aus Branchenkreisen verlautete, G+J strebe für Kontor Visions den Börsengang an und wolle Mitarbeiter durch Aktienoptionen an das Unternehmen binden. Kontor Visions war kürzlich führungslos geworden, nachdem Geschäftsführer Dennis Lidzba G+J verlassen hatte und mehr als 30 Mitarbeiter für ein eigenes Unternehmen abwerben wollte. G+J hat inzwischen eine einstweilige Verfügung gegen Lidzbas neue Firma OnSuxess erwirkt, der zufolge OnSuxess keine Mitarbeiter von Kontor Visions abwerben darf.

Eine Börsennotierung der neuen Aktiengesellschaft Kontor Visions sei eine Option, sagte ein G+J-Sprecher. Allerdings müsse sich das Geschäftsmodell erst als erfolgreich erweisen, eine Idee allein reiche für einen Börsengang nicht aus. Kontor Visions wolle ein Content-Management-System, das bereits für die Online-Auftritte der G+J-Zeitschriften "Geo" und "Brigitte" benutzt wird, weiter entwickeln und an andere Unternehmen verkaufen. Erster externer Kunde sei die Suchmaschine "Altavista".

Content Management Systeme gelten in der Internet-Branche als zentral für den Erfolg von E-Commerce, weil sie unter anderem für die ständige Aktualisierung von Websites und damit für deren Attraktivität sorgen.

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