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Gladbach feuert Trainer Holger Fach

Das Aus für Holger Fach kam nach nur 402 Tagen Amtszeit. Die 0:3-Niederlage beim VfL Bochum besiegelte das berufliche Schicksal des 42 Jahre alten Fußball-Lehrers. Der ehemalige Nationalspieler muss bei Borussia Mönchengladbach sofort seinen Stuhl räumen.

dpa MÖNCHENGLADBACH. Das Aus für Holger Fach kam nach nur 402 Tagen Amtszeit. Die 0:3-Niederlage beim VfL Bochum besiegelte das berufliche Schicksal des 42 Jahre alten Fußball-Lehrers. Der ehemalige Nationalspieler muss bei Borussia Mönchengladbach sofort seinen Stuhl räumen.

"Nach den Ergebnissen zuletzt war der Zeitpunkt gekommen, etwas zu tun. Wir mussten die Tendenz nach unten aufhalten", begründete Sportdirektor Christian Hochstätter die Entscheidung der Clubführung, sich von dem Coach zu trennen.

Als Interimstrainer soll bis auf weiteres Horst Köppel, derzeit verantwortlich für die U 23 der Borussia, auch die Lizenzmannschaft übernehmen. Hochstätter kann sich sogar eine weitere Zusammenarbeit vorstellen: "Es ist durchaus möglich, wenn Horst Köppel erfolgreich arbeitet, dass er dies auch über einen längeren Zeitraum machen darf."

Die Mönchengladbacher Fans hatten bereits im Ruhrstadion die Entlassung Fachs gefordert, am Tag danach zog der Club nach einer sportlich bislang enttäuschenden Saison die Konsequenz: "Unsere Bilanz mit neun Punkten aus den ersten zehn Saisonspielen, dazu das Aus im DFB-Pokal, ist nicht gut", begründete Clubchef Rolf Königs die Maßnahme.

Man habe sich deshalb fragen müssen, "ob wir mit Holger Fach unser Saisonziel - uns ohne Abstiegssorgen in der Bundesliga zu etablieren - erreichen." Klare Antwort: Nein! Königs: "Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Beendigung der Zusammenarbeit für den Verein in der aktuellen Saison die richtige Entscheidung ist." Auch Fach- Assistent Stefan Mücke wurde beurlaubt. Michael Oenning und Uwe Kamps werden als Co-Trainer und Torwart-Coach weiter dem Trainerstab angehören.

Die Trennung von Fach ist Sinnbild für den bisher gescheiterten Versuch, den fünfmaligen deutschen Meister in ein neues Zeitalter zu führen. Nach dem Bau des neuen Stadions und dem Kauf viel versprechender Spieler wie Christian Ziege und Oliver Neuville wollte der Club vom Niederrhein an alte Glanztage anknüpfen, vor allem aber eine weitere "Zittersaison" verhindern.

Doch unter dem Nachfolger Ewald Lienens, der von März bis September 2003 nur knapp sieben Monate im Amt war und mit seinem neuen Club Hannover 96 2:0 bei der Borussia gewann, lief vieles schief. Nur neun von 30 möglichen Bundesliga- Zählern verbuchte der Club unter Fach, dazu kam der Erstrunden-K.o. im DFB-Pokal bei den Amateuren des FC Bayern München. Mit Fach verschliss die Borussia seit 1992 schon acht Trainer.

Im September 2003 hatte das Duo Hochstätter und Fach in der Lienen-Nachfolge für einen Paukenschlag gesorgt. Der Trainer war als Amateurcoach der Gladbacher zu Rot-Weiß Essen gewechselt, ehe ihn Sportdirektor Hochstätter dort nach nur drei Wochen aus dem Vertrag holte - mittels einer Ausstiegsklausel. "Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu Holger Fach, deswegen tut es mir leid für ihn. Aber wir mussten uns in dieser Situation absolut professionell verhalten und können Privates und Berufliches trennen", sagte Hochstätter.

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