Glänzende Stahlkonjunktur
Kurswechsel bei Thyssen Krupp

Thyssen Krupp erteilte Gerüchten über eine Auflösung der Doppelspitze zunächst eine Absage: Das bisherige Führungsprinzip werde unverändert beibehalten. Ekkehard Schulz werde als Vorstandsvorsitzender weiterhin Steel führen, Gerhard Cromme werde in der gleichen Position für Automotive verantwortlich sein.

ap/dpa/afx DÜSSELDORF. Der Aufsichtsrat von ThyssenKrupp hat nach dem gescheiterten Börsengang des Stahlsektors den vom Vorstand vorgeschlagenen Strategiewechsel gebilligt. Der traditionelle Stahlbereich wird damit auch künftig einer der Schwerpunkte des Industriekonzerns bleiben, wie das Unternehmen nach der Sitzung des Gremiums am Freitag in Düsseldorf mitteilte.

Spekulationen über eine Auflösung der Doppelspitze bei Thyssen bestätigte das Unternehmen nicht. Ekkehard Schulz werde als Vorstandsvorsitzender weiterhin auch den Stahlbereich leiten, Gerhard Cromme in gleicher Funktion die Verantwortung für die Sparte Automotive tragen, hieß es in der Erklärung des Konzerns. Zeitungen hatten berichtet, Cromme werde voraussichtlich bereits im nächsten Jahr in den Aufsichtsrat wechseln und dort Heinz Kriwet als Vorsitzenden ablösen. Ekkehard Schulz werde den Konzern allein weiterführen.

Der Essener Stahl- und Maschinenbaukonzern erwartet im Geschäftsjahr 2000/2001 eine spürbare Ergebnisverbesserung. Orientierungsmarke sei das gute Vorsteuer-Ergebnis des Jahres 1997/98 von 1,3 Mrd. Euro, teilte das Unternehmen mit. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 hatte Thyssen Krupp ein Konzernergebnis vor Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter von 1,1 Mrd. Euro erwirtschaftet. Der Konzernumsatz stieg um 15 % auf 37,2 Mrd. Euro. Hauptursache für den deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg sei die gute Stahlkonjunktur, betonte das Unternehmen.

Die gute Ergebnisentwicklung und zu erwartende Einnahmen aus Unternehmensverkäufen würden voraussichtlich mittelfristig eine Reduzierung der beträchtlichen Netto-Finanzschulden um 2 Mrd. Euro erlauben, betonte der Konzern. Gleichzeitig verfüge Thyssen Krupp über ausreichende Flexibilität, um auch größere Akquisitionen zur Verstärkung seiner Aktivitäten zu tätigen.

Thyssen Krupp verlieren im Dax: "Technische Reaktion"

Die Aktien von Thyssen Krupp haben im Nachmittagshandel am Freitag etwas nachgegeben. Der Titel fiel bis 16.30 Uhr um 1,16 % auf 17,00 Euro. Der Dax stieg bis dahin um 2,32 % auf 6 718,55 Zähler. Die Verluste dürften eine technische Reaktion nach der festen Tendenz der vergangenen Zeit sein, erklärte Hermann Reith von der BHF-Bank.

Dagegen dürften die heute bekannt gegebenen Unternehmenszahlen für das Geschäftsjahr 1999/2000 keine Rolle gespielt haben, sagte der Analyst. Hier habe es kaum Überraschungen gegeben. Vielmehr habe das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) mit 3,4 Mrd.. Euro über den Schätzungen gelegen. Dies deute auf eine hohe Innenfinanzierungskraft des Unternehmens hin.

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