Gläubiger fordern Verschiebung der Versteigerung
US-Justizministerium ermittelt gegen Enron

Das US-Justizministerium hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Energiehandelskonzern Enron Corp. eingeleitet. Eine Sonderkommission unter Leitung der Kriminalabteilung des Ministeriums soll herausfinden, ob im Fall Enron Bilanzbetrug vorliegt. Dazu sind die Ermittlungen des Ministeriums, der Börsenaufsicht SEC und mehrerer Kommissionen des Parlaments zusammengelegt worden.

su NEW YORK. Der größte Energiehändler der USA hatte durch Geschäfte seiner Topmanager mit privaten Partnern Millionen Dollar verloren und hatte daraufhin im Dezember Schutz vor seinen Gläubigern nach Artikel 11 des US-Konkursrechts angemeldet.

Enron arbeite voll mit den Behörden zusammen, betonte ein Anwalt des Konzerns. "Ich bin optimistisch", fügte Robert Bennett hinzu. "Ein objektiver Beobachter wird sehen, dass viele der Dinge, die über Enron gesagt und geschrieben wurden, nicht wahr sind." Die SEC untersucht den Fall Enron bereits seit Oktober. Sollte sich herausstellen, dass der Konzern Investoren absichtlich über seine finanzielle Situation in die Irre geführt hat, wird das wohl strafrechtliche Konsequenzen haben. Sowohl die Börsenaufsicht als auch das Justizministerium könnten Enron wegen Verstoßes gegen das Wertpapierrecht anklagen. Über die Versteigerung des Energiehandelsgeschäfts von Enron ist ein Streit ausgebrochen. Fast zwei Dutzend Firmen - Gläubiger des Konzerns - haben den Konkursrichter ersucht, den Verkauf auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Das Ergebnis der Versteigerung sollte bereits heute bekannt gegeben werden. Die Kreditgeber - darunter die Royal Bank of Scotland Group Plc., die GE Capital Corp., die Mirant Corp., die El Paso Merchant Energy L.P. und die Aquila Inc. - wollen erreichen, dass der Erlös aus der Versteigerung auf ein Treuhandkonto eingezahlt wird, bis entschieden ist, wie das Geld unter den Gläubigern aufgeteilt wird. Mirant kritisierte zudem, in den Verkaufsprospekten fehlten wichtige Informationen, die notwendig sind, um eine fundierte Entscheidung über den Sinn der Transaktion treffen zu können. Dazu gehöre die Angabe eines Mindestgebotes. Ebenfalls nicht klar sei, was mit den Verbindlichkeiten geschehe, die bei dem Verkauf ausgeschlossen würden. Die Energiehandelsabteilung, zu der auch die Internet-Plattform Enrononline.com gehört, erwirtschaftete zuletzt rund 90 % der Gewinne des Konzerns. Derzeit hat die Abteilung noch etwa 1000 Mitarbeiter. su

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