Gläubiger müssen Plan noch absegnen
Enron will in kleinerer Form neu starten

Der US-Energiekonzern Enron, der im Dezember Gläubigerschutz beantragt hat, versucht als deutlich kleineres Infrastruktur-Unternehmen den Neubeginn.

kk NEW YORK. Unter dem vorläufigen Namen "OpCo Energy Company" will es sich auf die Infrastruktur, den Transport, den Vertrieb und die Produktion von Erdgas und Strom in Nord- und Südamerika konzentrieren.

Nach dem Plan, den Interims-Chef Stephen Cooper am Freitag den Gläubigern vorstellte, will Enron die Geschäftsbereiche in Europa und Asien verkaufen. Ihr Wert wird auf 20 Mrd. $ geschätzt. Der Sitz des neuen Unternehmens soll in Houston, Texas, bleiben. Es soll 12 000 Mitarbeiter beschäftigen. Enron hat 23 000 Beschäftigte. OpCo hätte nach Angaben Coopers einen Wert von 10,8 Mrd. $ und würde im Jahr 2003 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,3 Mrd. $ erzielen. An den Erfolgsaussichten der Nachfolgegesellschaft bestehen allerdings Zweifel. Aus internen Dokumenten, die dem Wall Street Journal vorliegen, geht hervor, dass bereits ein bis zwei Jahre vor dem Enron-Insolvenzantrag feststand, dass die ausländischen Enron-Geschäftsbereiche, die für OpCo wichtig sind, fast die Hälfte ihres Buchwerts verloren hatten.

Die Enron-Gläubiger sollen später entscheiden, ob sie ihre Anteile behalten oder verkaufen. Bevor das Konkursgericht grünes Licht geben kann, müssen die Gläubiger den Plan absegnen. Nach Angaben Coopers könnten sie so 15 Mrd. bis 20 Mrd. $ herausholen.

Als kleines Energie-Infrastrukturunternehmen kehrt Enron zu seinen Wurzeln zurück. Ob OpCo konkurrenzfähig sein wird, ist aber fraglich, weil es kaum Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten hat und stärker von den unsicheren Märkten Südamerikas abhängt.

Enron musste Insolvenz anmelden, als bekannt wurde, dass es Umsatz und Gewinn künstlich aufgeblasen und Verluste in Partnerschaften versteckt hatte.

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