Glas- und Fensterhersteller baut Auslandsgeschäft aus
Interpane will Talfahrt der Baubranche trotzen

Der Glas- und Fensterhersteller Interpane erwartet auch in den kommenden beiden Jahren keine Erholung der Baubranche in Deutschland, will aber durch Ausbau des Geschäfts im europäischen Ausland weiterhin wachsen.

Reuters HANNOVER. Der zweitgrößte Fensterhersteller in Deutschland bezeichnete die Lage am Bau als desaströs. "Es gibt in Deutschland keinen Lichtstrahl am Ende des Tunnels. Wir haben das Schlimmste noch nicht hinter uns", sagte Interpane-Vorstandschef Bernd Kramer am Dienstag in Hannover. "Die Talsohle wird auch 2003 noch nicht erreicht." Die Summe der Bauinvestitionen sei in Deutschland 2002 mit minus 3,4 Prozent weiter rückläufig. "Seit 1995 hat sich die Zahl der fertig gestellten Bauten pro Jahr halbiert", sagte Kramer. Sie werde 2002 laut Prognose des Wirtschaftsforschungsinstitutes ifo bei nur noch 270 000 liegen.

Der Fenstermarkt in Deutschland ist nach Angaben von Interpane 2002 erneut um rund zehn Prozent geschrumpft. Seit 1995 verzeichne die Branche damit einen Nachfragerückgang von 45 Prozent von 25,5 auf 14,5 Millionen Fenstereinheiten pro Jahr.

Interpane steigerte nach den Worten Kramers in dem zu Ende gehenden Geschäftsjahr dagegen nach vorläufigen Bilanzzahlen seinen Umsatz um drei Prozent auf 220 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern blieb allerdings auf Grund des hohen Preisdrucks mit 7,7 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Der Konzernüberschuss sei auf Grund von Belastungen durch die Übernahme einer französischen Handelsgesellschaft um 20 Prozent auf 4,3 Millionen Euro zurückgegangen, sagte Kramer.

Für die kommenden Jahre will sich Interpane auf die Märkte außerhalb Deutschlands konzentrieren und zugleich die Produktionskosten senken. Gute Absatzchancen gebe es in Frankreich, Großbritannien, Finnland und den baltischen Staaten sowie Polen und auch Spanien, sagte Kramer. Entsprechend werde Interpane in neuen Märkten auch produzieren. Allerdings werde es keine zusätzliche Verlagerung von Standorten aus Deutschland geben. "Wir wollen kundennah produzieren", sagte Kramer. Ziel für 2003 sei ein Umsatzplus auf 250 Millionen Euro sowie eine Steigerung des Vorsteuergewinns um etwa zehn Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%