Glasfaser-Hersteller JDS im Blickpunkt
US-Vorgaben stützen die europäischen Börsen

Die Aktienmärkte in Europa haben sich am Freitag gut behauptet bis freundlich präsentiert. Dennoch bleiben sie gegenüber Kursabschwüngen weiterhin verwundbar, so die Analysten.

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben sich am Freitag nach den guten US-Vorgaben gut behauptet bis freundlich präsentiert. Händlern zufolge sorgten auch die unerwartet guten Quartalszahlen des Glasfaser-Herstellers JDS Uniphase, die am Donnerstag nach Börsenschluss in den USA veröffentlicht wurden, für gute Stimmung. Die Märkte sind Analysten zufolge aber immer noch gegenüber Kursabschwüngen verwundbar. In den kommenden Wochen müsse mit erhöhter Volatilität gerechnet werden.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz stieg bis gegen 12.15 Uhr um ein Prozent auf 4 922,06 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 1,1 % auf 4 981,13 Punkte anzog.

Nervosität am Londoner Markt

An der Londoner Börse präsentierten sich vor allem die Technologie- und Telekom-Werte nach den Nasdaq-Vorgaben fester. Der FTSE gewann am Vormittag 0,7 % auf 6 346,6 Punkte. Dennoch sei die Nervosität noch nicht aus dem Markt gewichen, sagten Händler. Zu den Favoriten gehörten die großen Verlierer der vergangenen Sitzungen wie beispielsweise Bookham Technology oder Marconi. Die Aktien stiegen um 10,2 % auf 2 362-1/2 Pence beziehungsweise 5,9 % auf 882-3/4 Pence.

Auf der Verliererseite standen Psion, die nach einer Gewinnwarnung um 24,4 % auf 434-1/2 Pence einbrachen. Trinity Mirror gaben nach der Abgabe eines Übernahmeangebotes für Southnews in Höhe von 1 200 Pence je Aktie um 4,4 % auf 445 Pence nach. Southnews stiegen um 54,1 % auf 1 150 Pence.

Zürich - Geplatzte Sulzer-Fusion im Blickpunkt

Die Schweizer Börse wurde Marktbeobachtern zufolge von der überraschenden Absage der Fusion zwischen Sulzer und Sulzer Medica beherrscht. Die Aktien von Sulzer stiegen um 6,6 % auf 1 157 sfr und die Papiere von Sulzer Medica verloren 0,7 % auf 455,00 sfr. Analysten und Investoren hatten die Pläne zuvor scharf kritisiert. Der SMI behauptete sich 0,2 % im Plus bei 7 874,8 Zählern. Die Software- und Internetwerte wurden unterdessen von der Nachricht belastet, der Softwarehersteller Miracle wolle seine Aktivitäten einstellen.

Paris - Alcatel nach JDS-Zahlen fester

In Paris präsentierte sich die Börse aufgrund der guten Performance von Alcatel freundlich. Die Aktie des Telekom-Ausrüsters festigte sich im Fahrwasser der JDS-Zahlen um 6,7 % auf 75,25 Euro. Der CAC40 zog um 1,4 % auf 6 292,26 Punkte an. Die Umsätze bewegten sich jedoch auf niedrigem Niveau, sagten Händler. Viele Anleger warteten gespannt auf die US-Konjunkturdaten. Verluste verbuchten unterdessen Danone, die nach ihrem Jahreshoch von 172,40 Euro am Donnerstag 2,6 % auf 168,00 Euro abgaben.

Analysten in Mailand mahnen zur Vorsicht

An der italienischen Börse betrachteten Händlern zufolge die Anleger die Technologie-Branche nach den jüngsten Zwischenergebnissen von US-Unternehmen wieder etwas optimistischer. Analysten mahnten jedoch zur Vorsicht. Die technischen Indikatoren deuteten unverändert abwärts. Der Mib30 legte bis zum Mittag um 1,1 % auf 46 923 Zähler zu. Ganz oben auf der Einkaufsliste der Anleger standen Technologie-Titel wie beispielsweise Olivetti, die um 1,4 % auf 3,47 Euro anzogen.

Aktienmarkt in Madrid auf Erholungskurs

An der Börse in Madrid befanden sich die Aktien nach den Verlusten vom Donnerstag auf Erholungskurs. Der Ibex zog um 0,6 % auf 10 382,1 Punkte an. Die Banken, die in den vergangenen beiden Sitzungen kräftige Verluste einstecken mussten, sind Händlern zufolge aber immer noch verwundbar. Die angeschlagene argentinische Wirtschaft belaste die Gewinnaussichten der Finanztitel, da viele spanische Banken in Argentinien tätig seien. Banco Santander Central Hispanico (BSCH) lagen unverändert bei 11,06 Euro, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) drehten nach einem festeren Start ins Minus und notierten zuletzt 1,1 % niedriger bei 15,33 Euro.

Amsterdam - Nach verspätetem Start freundlich

Die niederländischen Aktienwerte haben am Freitag aufgrund technischer Schwierigkeiten verspätet in den Handel eingesetzt. Börsianern zufolge folgt der AEX mit einem Plus von 0,8 % auf 674,81 Zähler den US-Vorgaben. Viele Händler blieben jedoch vorsichtig und bezeichneten die Erholung des Nasdaq am Donnerstag als "Tombola". Philips legten am Vormittag 2,7 % auf 46,77 Euro und KPN Telecom gewannen 1,8 % auf 26,00 Euro.

Wien - Flughafen Wien auf Jahreshoch

Die österreichischen Aktienwerte tendierten am Freitag etwas fester. Der ATX zog 0,3 % auf 1 104,67 Zähler an. Im Mittelpunkt des Interesses standen Libro, die nach den herben Verlusten der vergangenen Sitzungen um 10,9 % auf 23,00 Euro zulegten. Die WAZ-Verlagsgruppe hatte zuvor die Übernahme von 35 % der Anteile an dem Internetportal lion.cc angekündigt. Flughafen Wien markierten am Vormittag mit einem Kurs von 42,42 Euro ein neues Jahreshoch. Damit lag die Aktie 3,8 % im Plus. Das Unternehmen hat heute mit einem Aktienrückkauf zu 45,00 Euro je Aktie begonnen.

Brüssel - In lustlosem Handel behauptet

In Brüssel tendierten die Aktien am Freitagvormittag behauptet. Der Handel verlaufe bei geringen Umsätzen lustlos, sagten Marktbeobachter. Die US-Vorgaben und die Entwicklung der europäischen Börsen hätten angesichts der geringen Gewichtung von TMT-Titeln (Technologie, Medien, Telekommunikation) im Bel20 kaum Auswirkungen. Das Börsenbarometer zog um 0,3 % auf 3



060,19 Punkte an. Fortis B stiegen um 0,7 % auf 34,95 Euro und Dexia verloren 0,5 % auf 173,00 Euro.

Banken und Ericsson ziehen OMX in Stockholm mit

Die Stockholmer Börse profitiert Händlern zufolge am Freitag von den unerwartet guten Zwischenergebnissen einiger Banken und einem überdurchschnittlichen Kursanstieg von Ericsson. Der Kurs der Ericsson-Aktie stieg im Schlepptau der JDS-Zahlen um 5,50 auf 132,00 schwedische Kronen. SEB festigten sich nach der Veröffentlichung ihrer Zahlen um 7,50 auf 112,50 schwedische Kronen. Swedbank zogen zunächst auf 145,00 Kronen an, drehten dann jedoch ins Minus und lagen zuletzt 1,10 Kronen unter dem Vortagesschluss bei 140,50 schwedische Kronen. Der OMX stieg unterdessen um 2 % auf 1 171,43 Zähler.

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