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Glasfaser- und Chipwerte schwächer

New Yorks Indizes eröffnen einheitlich in der Verlustzone. Ciscos enttäuschende Quartalszahlen und die Gewinnwarnung bei National Semiconductor belasten die Märkte zur Wochenmitte. Neben Chip- und Glasfaserwerten geraten die Software- und Einzelhandelsaktien unter Druck. Gefragt sind dagegen die Titel der Tabak- und Pharmaindustrie.

Die Hoffnung auf eine Senkung der Leitzinsen auf der nächsten Notenbanksitzung am kommenden Dienstag kann die Stimmung der Marktteilnehmer am Morgen nicht heben. Nach der hohen Arbeitslosenquote, steigender Arbeitsstückkosten und sinkender Produktivitätsdaten hält eine Vielzahl von Experten einen Zinsschritt für angemessen und wahrscheinlich. Bereits durch vier Zinssenkungen in diesem Jahr versuchte Notenbankchef Alan Greenspan die drohende Rezession abzuwenden. Nachdem er durch aggressive Zinserhöhungen im vergangen Jahr eine Überhitzung der US-Wirtschaft und die drohende Inflation abwenden konnte. Allerdings zu hohem Preis. Das Ergebnis ist sichtbar. Neben der Zahl der Arbeitslosen stieg auch die Höhe der Lagerbestände, der Aktienmarkt brach ein. Nun könnte die Notenbank die Zinsen erneut um 50 Basispunkte auf mittlerweile vier Prozent reduzieren.

Cisco belastet den gesamten Glasfasersektor mit schlechten Geschäftsprognosen. Nicht nur Ciscos Konkurrenten, sondern auch die Zulieferer des Konzerns müssen Kurseinbrüche hinnehmen. Zahlreiche Brokerhäuser stufen die Aktie ab. Brokerhaus Robertson Stephens hält die Aktie dagegen nach wie für unterbewertet. Dem weltgrößten Netzwerkausrüster schadete am Morgen das schlechte Quartalsergebnis. Erstmals seit dem Börsengang im Jahr 1990 muss der Netzwerkkonzern einen Umsatzrückgang hinnehmen. Unternehmenschef John Chambers kann nicht für bessere Prognosen sorgen. Der Umsatz werde im vierten Quartal auf Vorquartalsniveau liegen oder bis zu zehn Prozent nachlassen. Cisco führt die Liste der Nasdaq Verlierer an. Artverwandte Werte wie Glasfaserkomponenten-Hersteller Ciena, JDS Uniphase, der Telefonzubehörhersteller Lucent oder auch Konkurrent Juniper Netzworks notieren schwächer.

Eine Gewinnwarnung von National Semiconducter setzt heute den Chipsektor unter Druck. Der Chiphersteller, der hauptsächlich Halbleiter für Mobiltelefone produziert, wird im vierten Quartal statt des prognostizierten Gewinns von vier Cent einen Verlust von vier Cents pro Aktie ausweisen. Der Umsatz wird statt 431 Millionen Dollar höchstens 400 Dollar betragen. Um sinkenden Gewinnen entgegen zu wirken, will National Arbeitskosten reduzieren. Das Unternehmen wird 1 100 Arbeitsplätze streichen. Texas Instruments, Motorola und Intel büßen ebenfalls an Wert ein.

Auch der Softwaresektor wird am Morgen nicht für den nötigen Ausgleich sorgen. Microsoft wird die neue Windows XP Version offiziell erst Ende Oktober in den Handel bringen. Spekulationen waren in den vergangenen Wochen laut geworden, nach denen der Softwaregigant die Markteinführung des neuen Betriebssystems von August auf Oktober verschieben könnte. Die neueste Version gilt als größter Update seit der Veröffentlichung von Windows 95 im August 1995. Microsoft plant, Windows XP mit der bislang größten Werbekampagne einzuführen. Ärgerlich ist jedoch, dass Microsoft durch die verspätete Markteinführung die umsatzstarken "back-to school-sales" verpassen wird. Traditionell sind nach dem Ende der Schulferien die Umsätze im August für Büro- und Computerartikel besonders hoch. Microsoft steht neben anderen Softwaretiteln sowohl bei Nasdaq als auch Dow Jones Index weit oben auf der Verliererliste.

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