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Glasfaserbranche in Bewegung

Das Kronjuwel der Börse: als solches wurde die Glasfaserbranche in der Vergangenheit bezeichnet. Doch der Glanz drohte in der vergangenen Woche leicht zu verblassen. Denn die größten Telekommunikationsausrüster, nämlich Nortel und Lucent Technologies, scheinen in ihrem Wachstum etwas gebremst zu werden.

Zwar konnte Nortel unerwartet gute Gewinnmargen als auch Ergebnisse melden. Doch verfehlte der High-Tech Liebling die Umsatzerwartungen der Analysten um rund 300 Millionen Dollar und verzeichnete damit einen Umsatzrückgang von sechs Prozent zum Vorjahrsquartal. Vor allem die Glasfasersparte und der bisherige Wachstumsträger von Nortel entwickelten sich nicht den Erwartungen entsprechend. Lucent Technologies, Cisco Systems, JDS Uniphase, Corning, SDL als auch Applied Micro Circuits zog es in die Verlustzone.



Nicht nur die Glasfaserunternehme, auch ihre Zulieferer hatten unter der schlechten Nachricht zu leiden. Denn, wenn das Geschäft mit den Netzwerken nachlässt, dann haben auch die Zulieferer Probleme, ihre Produkte zu verkaufen. Dazu gehören JDS Uniphase, der größte Produzent von Glasfaserkomponenten. Aber auch die Branchenkollegen SDLI, Ciena und Corning. Kronjuwel war das Segment deshalb, weil die Experten bisher von nahezu ungebremstem Wachstum ausgingen und der Glasfaserbereich sich im Gegensatz zu anderen Technologiewerten sehr gut halten konnte.



Für Entwarnung auf dem Sektor sorgten am Donnerstag erst die Quartalszahlen von JDS Uniphase. Hier gab es nicht nur erfreuliche Quartalszahlen, das Management korrigierte auch die Umsatz- als auch Ertragsprognosen nach oben. Die positiven Prognosen setzten den Sektor wieder in rechtes Licht 8und bescherten Kursgewinne.



Spekulationen der vergangenen Woche um eine anstehende Zerschlagung von AT&T haben sich bestätigt. Der amerikanische Telekommunikationskonzern kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Sowohl die Mobilfunk- als auch die Kabelfernsehbereiche sollen im kommenden Jahr vom Mutterkonzern komplett losgelöst werden. AT&T wird sich dann auf Ferngespräche für Firmenkunden spezialisieren. Vorstand Michael Armstrong hofft durch die Zerschlagung in vier einzelne Unternehmen den Marktwert des Konzerns zu steigern. Der AT&T Kurs fiel nach ihrer Verkündigung durch das Management um mehr als zwölf Prozent - auch durch schlechte Quartalszahlen. Da half es auch nichts, dass Armstrong versuchte die Anleger zu beruhigen.



Es gab in dieser Woche auch positive Ausnahmen, die im negativen Meldungsgewimmel fast untergegangen wären. So ist Philip Morris wieder auf dem Aufstiegstreppchen. Von alten Höchstständen ist das Papier noch meilenweit entfernt. Aber immerhin werden neue 52-Wochenhochs erklommen. Das Papier ist günstig bewertet, das Unternehmen zahlt eine gute Dividende und zeigt stetiges Wachstum. Mit Zigaretten wird längst nicht mehr soviel Geld verdient wie noch vor Monaten, die Lebensmittelsparte wird demnächst an die Börse gebracht und könnte dem Kurs noch mehr Leben einhauchen.



Die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt sind am Freitag hervorragend ausgefallen und waren der Grund für den Zuwachs bei den Standardwerten, und da ganz besonders bei den Finanzaktien. Das Wirtschaftswachstum hat sich deutlich stärker als erwartet abgekühlt. Doch gut war in diesem Fall vielleicht mal wieder nicht gut genug. Denn ob die US-Notenbank auf Grund der Konjunkturentwicklung die Zinsen in Kürze senken wird, ist fraglich. Zwar ist der geringe Anstieg des Bruttoinlandsproduktes unter anderem auf die geringeren Staatsausgaben und sinkende Ausgaben in anderen Bereichen zurück zuführen, doch stiegen die Konsumenten um 4,5 Prozent. Es ist fraglich, wann uns die nächste Zinssenkung ins Haus steht. Sicher ist nur: Die Wirtschaft ist momentan auf dem richtigen Weg. Kein Anlass für Zinsanhebungen, keine aufflammenden Inflationsängste. Vor allem die Finanztitel profitierten am Freitag von den Daten. Chase Manhattan und der Fusionspartner J.P. Morgan legen an Wert zu.

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