Glattstellungen zum Wochenende
Schwache US-Börsen ziehen Dax in den Keller

Der Dax hat den Handel zum Wochenausklang sehr schwach beendet. Die deutlich nachgebende Wall Street war den Angaben von Händlern zufolge aber nur ein Grund für den Kursverfall.

vwd FRANKFURT. Wichtiger sei die anhaltende Unsicherheit, die dafür gesorgt habe, dass zum Wochenende Positionen glatt gestellt wurden. "Niemand will mit großen Beständen aus dem Tag gehen", hieß es. Zudem habe der Dax die wichtige Unterstützung im Bereich bei 2970/2950 Stellen durchbrochen, was ebenfalls negativ zu werten sei. Nun müsse die 2900-er-Marke halten. Insgesamt gab der Deutsche Aktienindex 3,4 Prozent oder 102 Stellen auf 2919 nach.

Durch zahlreiche Gewinnwarnungen, unter anderem von Philip Morris und dem Pharmakonzern Wyeth geriet die Wall Street unter Druck und zog den Dax mit in den Keller. Durch diese "Begleitumstände" rutschten die gut aufgenommenen US-Konjunkturdaten etwas in den Hintergrund. So deutet die zweite Revision des US-BIPs auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum hin als bislang erwartet. Zudem lag der Index der Uni Michigan für den September endgültig leicht über den Prognosen.

Nach Ansicht von Händlern belastete die Gewinnwarnung des US-Pharmakonzerns Wyeth besonders Schering. Schering verloren 5,3 Prozent auf 50,30 Euro. Negativ beurteilten Händler auch Presseberichte über Steuererhöhungen, die bei den Koalitionsverhandlungen im Gespräch seien. "Klar braucht die Regierung mehr Geld. Aber eine Mehrwertsteuer-Erhöhung würde alle Branchen belasten und deren Nettoumsätze verringern", hieß es. Besonders unter Druck gerieten die Einzelhandelswerte, die als Hauptverlierer gesehen werden, wenn die Verbraucher weniger Geld in der Tasche haben. Metro fielen um 2,3 Prozent auf 18,41 Euro.

Im Konsumgüterbereich liefen nur die Papiere von Adidas-Salomon besser. Das Unternehmen gewinne in den USA Marktanteile und Ansehen, was das Abwärtsrisiko im schwierigen Sporteinzelhandel begrenze, sagte eine Marktteilnehmerin. Auf den Auftragsbestand des Rivalen Nike solle man derzeit nicht zu stark schauen, da Nike Probleme mit dem Großkunden Foot Locker habe. Zudem habe adidas in den letzten Tagen auf einer Investorenkonferenz überzeugt, erklärte sie. Adidas gewannen 0,4 Prozent auf 67,30 Euro.

Finster sah es dagegen bei den Technologiewerten aus. Dort belasteten insbesondere Analystenkommentare. SAP sanken um 4,4 Prozent auf 47,06 Euro. Merrill Lynch hatte die Prognosen für die Geschäftsjahre 2002 und 2003 des Walldorfer Unternehmens gesenkt. Umfragen zeigten, dass das zweite Halbjahr "schrittweise negativ" werde, so Merrill Lynch.

Epcos rutschten um 6,7 Prozent auf 7,97 Euro ab. Die Analysten von Lehman Brothers hatten das Kursziel auf 9,50 Euro von 22 Euro reduziert und die Gewinnprognsoe deutlich gesenkt. Infineon verloren 4,6 Prozent auf 6,37 Euro. Goldman Sachs hatte die Gewinnprognose für die Gesellschaft gesenkt.

Im MDax standen Gerry Weber im Blick. Die Titel sanken um 6,3 Prozent auf 6,65 Euro. Der Ausweis des Unternehmens sei eigentlich erwartungsgemäß ausgefallen, und die Umsatzwarnung nicht überraschend gekommen, sagten Händler. "Die Anleger nehmen Gerry Weber aber übel, dass jeder außer dem Unternehmen selbst das Verfehlen der ursprünglichen Jahresumsatzplanung gesehen hat", erklärte ein Beobachter. Nun traue man dem Management auch nicht, wenn es um die Gewinnplanung geht.

Beiersdorf stiegen um 4,3 Prozent auf 110,55 Euro. Der Markt erwarte eine baldige Übernahmeofferte durch Procter & Gamble, hieß es von einem Teilnehmer. Den Einbruch bei AGIV führen Beobachter auf einen Artikel in der "Börsen-Zeitung" zurück, in dem über die Absteiger aus dem MDax spekuliert wird. AGIV reduzierten sich um neun Prozent auf 4,46 Euro.

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