Glaubhafter Nachweis muss erbracht werden
Handelsblatt von der Steuer absetzbar

Aufwendungen für Wirtschaftszeitungen können als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen geltend gemacht werden.

vwd ETTLINGEN. Dies entschied das Finanzgericht Niedersachsen (AZ: IX 606/97). Allerdings muss der Steuerzahler glaubhaft machen, dass er die Zeitung zum Zwecke der Vermögensbildung mit Wertpapieren nutzt, erklärt die Steuerkanzlei Weigand in ihrem Steuer-Newsletter.

Wenn diese Voraussetzung erfüllt wird, fallen die Aufwendungen für die Wirtschaftszeitung nicht unter die "nicht abzugsfähigen Aufwendungen" nach Paragraf 12 Nr. 1 EStG. Dieser Bestimmung zufolge dürfen Ausgaben nicht von den Einkünften abgezogen werden, soweit sie für den Haushalt des Steuerpflichtigen und für den Unterhalt der Familienangehörigen aufgewendet werden. Dazu zählen auch Aufwendungen für die Lebensführung, die die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt. Diese sind selbst dann vom Werbungskostenabzug ausgeschlossen, wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen - wie beispielsweise eine Tageszeitung.

Im betreffenden Fall ging es um das "Handelsblatt", das ausschließlich an Börsentagen erscheint und darüber hinaus weist keinen Lokalteil sowie keinen besonderen Feuilletonteil aufweist. Deshalb handelt es sich nach Ansicht der Richter auch nicht um eine "Tageszeitung". "Wenn der Steuerzahler nachweisen kann, dass er neben dem Handelsblatt auch eine 'richtige' Tageszeitung bezieht, dürfte er auf der sicheren Seite sein", betont die Steuerkanzlei.

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