Glaubwürdiger Industrieplan gefordert
Berlusconi plant weiteres Treffen mit Fiat-Spitze

Die italienische Regierung unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi plant ein weiteres Treffen mit dem Management des verschuldeten Fiat-Konzerns. "Die Fiat-Führung muss uns erläutern, was die wahren Absichten des Unternehmens sind", sagte Arbeitsminister Roberto Maroni nach italienischen Medienberichten.

HB/dpa ROM. Das von Berlusconi mit der Ausarbeitung von Lösungsmodellen beauftragte Expertenteam soll wie geplant bis Ende Oktober Vorschläge anbieten. "Dann wird es Aufgabe des Ministerpräsidenten sein, die Vorschläge zu bewerten", erklärte Maroni. Voraussetzung sei jedoch ein glaubwürdiger Industrieplan und der Wille von Fiat, im Automobilsektor aktiv zu bleiben.

Nach einem ersten Treffen mit der Fiat-Spitze vor wenigen Tagen hatte Berlusconi einen Eingriff der Regierung angekündigt. Erklärtes Ziel ist eine strategische Stärkung des Autosektors, um den angekündigten Abbau von 8100 Stellen zu verhindern. Die römische Zeitung "La Repubblica" berichtete heute, Fiat habe sich bei dem Treffen dazu verpflichtet, innerhalb von zehn Tagen einen neuen Industrie- und Finanzplan vorzulegen. Fiat-Präsident Paolo Fresco gab bisher keine Stellungnahme ab.

Italienische Zeitungen berichteten, der Industrie-Gigant Finmeccanica, der zu 32 Prozent dem italienischen Finanzministerium gehört, könnte eine entscheidende Rolle bei der Fiat-Sanierung übernehmen und teilweise die Restrukturierung von Fiat Auto finanziell tragen. Die Regierung dementierte diese Spekulationen jedoch.

Fiat hatte zudem bei der italienischen Regierung eine Genehmigung für zehn neue Stromwerke für das Tochterunternehmen Italenergia beantragt. Fiat will mit dieser Maßnahme einen Teil der geplanten Stellenkürzungen auffangen. Finanzexperten hielten diese Möglichkeit Medienberichten zufolge für schwer umsetzbar. "Es ist unwahrscheinlich, dass Italenergia das Gewicht einer so großen Zahl neuer Elektrizitätswerke tragen kann, vor allem angesichts der hohen Investitionen für die bereits geplanten Stromwerke", hieß es.

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