Glaxo Smithkline: Medikament Zyban bleibt am Markt

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Glaxo Smithkline: Medikament Zyban bleibt am Markt

Der britische Pharmariese Glaxo Smithkline plc will auch nach Berichten über weitere Todesfälle, die möglicherweise in Zusammenhang mit der Antiraucher-Pille Zyban stehen, das Medikament nicht vom Markt nehmen.

and/shf LONDON. "Mir ist von solchen Überlegungen nichts bekannt", erklärte zumindest ein Firmensprecher dem Handelsblatt. Das Unternehmen hatte vorher eingeräumt, dass der Verdacht besteht, die Einnahme von Zyban habe in Großbritannien zu bislang 57 Todesfällen geführt. "Aber dafür gibt es keinen Beweis", so der Konzern. Das bestätigte die Behörde Medicines Control Agency (MCA), die vor Zyban gewarnt hatte.

Nebenwirkungen können für die Pharmakonzerne teuer werden. Dem Bayer-Konzern droht wegen möglicher tödlicher Nebenwirkungen des Cholesterin-Senkers Lipobay eine Sammelklage. Lipobay soll den Tod von 100 Patienten verursacht haben. Obwohl der tödliche Zusammenhang wie bei Zyban nicht bewiesen ist, hatte Bayer - anders als Glaxo Smithkline - das Medikament vom Markt genommen.

Nicht nur in Großbritannien, auch in Deutschland, Amerika und Australien wird das als "Wundermittel" gefeierte Zyban wegen Todesfällen von den Behörden unter die Lupe genommen. In Deutschland wurde Zyban Mitte 2000 zugelassen und im ersten Jahr an rund 330 000 Patienten verschrieben. Nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte werden bislang vier Todesfälle damit in Verbindung gebracht.

Der Glaxo-Kurs reagierte zunächst negativ. Er erholte sich zum Wochenausklang aber wieder, nachdem die US-Behörden zwei Medikamente gegen Asthma zugelassen hatten.

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