Gleichzeitig halten vier von fünf Unternehmen die Webpräsenz für geschäftsentscheidend
Studie: Energieversorger ignorieren im Internet Kundenwünsche

Die großen Energieversorger haben nur in der Werbung den Sprung vom Abnehmer- zum Kundendenken gemeistert. Ein Vergleich der Internetauftritte belegt: Schon bei grundlegenden Service-Leistungen müssen die meisten Unternehmen passen.

HB HAMBURG. Die Liberalisierung des Strommarktes hat nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung Mummert & Partner den Kunden im Internet wenig sichtbare Vorteile gebracht. Nur bei jedem zweiten der 99 untersuchten Online-Auftritte der Energieversorger können Kunden den Energiepreis in Erfahrung bringen. 40 Prozent der Unternehmen verweigern auf ihren Seiten sogar eine Anmeldung. Nur 60 Prozent der Unternehmen hielten es im Untersuchungszeitraum für nötig, auf E-Mails zu antworten.

Besonders schlecht schnitten in der Untersuchung die großen Energieversorger ab: Lediglich Bewag und Bayernwerk schafften einen Platz unter den Top 20. Vorbildlicher sind laut Mummert & Partner hingegen die Internetauftritte der Stadtwerke. Positiv gewertet wurden bei den lokalen Anbietern vor allem die größere Auswahl an Tarifvarianten (92 Prozent gegenüber 66 Prozent bei den Versorgern) und die umfassenderen Service-Angebote bei Tarifwechsel, Umzug, An- oder Ummeldung.
Dabei gelingt es der Mehrzahl der ortsansässigen Unternehmen laut der Studie, die regionale Nähe zum Kunden auch im Internet auszuspielen. Zwei Drittel der Stadtwerke warten mit Ansprechpartnern am Ort auf. Bei den Versorgern ist das nur bei jedem dritten Unternehmen möglich.

Verbraucherschutz lässt insgesamt zu wünschen übrig

Große Lücken gibt es beim Verbraucherschutz. Auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen wird nur bei jedem Dritten Unternehmen verwiesen. Dass ein Online-Geschäft auch widerrrufen werden kann, verschweigt die Mehrheit den Kunden. Immerhin 13 Prozent der Versorger haben an einen entsprechenden Hinweis gedacht, während der obligatorische Hinweis nur in den Internetseiten von 3 Prozent der Stadtwerke zu finden ist.

 Grafik: Warum sind die EVU´s im Internet vertreten?

Vier Fünftel der Unternehmen sehen einen direkten Zusammenhang zwischen Internetpräsenz und Geschäftserfolg. Aus diesem Grund wird der Studie zufolge bereits an neuen Angeboten wie der Online-Zählerablesung gearbeitet. Ausbaupotenzial sehen die Unternehmen auch im Business-to-Business-Bereich (B2B). In diesem Segment wollen die Unternehmen vorrangig mit neuen Dienstleistungen im Umfeld ihres Kerngeschäftes neue Umsatzfelder erschließen. Dazu zählen Energieberatung oder auch die Planung von Baumaßnahmen, die mit Strom, Gas, Wasser oder Wärme zu tun haben.

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