Global Airlines Holding unterbreitet Angebot
Neuer Interessent für US Airways

Die US-Holding Global Airlines bietet 1,8 Milliarden Dollar für den Kauf von US Airways. Die sechstgrößte amerikanische Airline steckt tief in den roten Zahlen und sucht nach der gescheiterten Fusion mit United Airlines einen starken neuen Partner. Luftfahrt-Analysten zweifeln die Seriosität der Offerte jedoch an.

ehe/ebe NEW YORK. Die US-Fluggesellschaft US Airways hat wenige Tage nach der gescheiterten Fusion mit United Airlines ein Übernahmeangebot von Global Airlines erhalten. Die New Yorker Holdinggesellschaft hat für Amerikas sechstgrößte Fluggesellschaft 1,8 Mrd. $ (2,1 Mrd. Euro) geboten. Außerdem sollen die Schulden von US Airways in Höhe von nahezu 8 Mrd. $ übernommen werden. Nach Angaben des "Wallstreet-Journal" will Global Airlines 27 $ je Aktie für US Airways zahlen - teils in bar (10 $), teils mit Aktien (17 $).

US Airways sprach von einem unglaubwürdigen "so genannten Vorschlag" von Global Airlines. Weder der Verwaltungsratsvorsitzende Emil Bernard noch Vertreter der Firma hätten sich mit führenden US- Airways-Managern getroffen. Global Airlines war bereits im Frühjahr 2001 in die Schlagzeilen geraten. Damals hatte die Holdinggesellschaft ein Angebot für die angeschlagene Gesellschaft Trans World Airlines (TWA) abgegeben. Analysten wiesen damals die Übernahmepläne als unglaubwürdig zurück. Den Zuschlag erhielt später American Airlines, die damit zur weltweit größten Fluggesellschaft wurde.

Analysten zweifeln an Übernahme

"Ich nehme das Angebot wieder nicht ernst", sagte Analyst Raymond Neidl von ING Barings. Die Holding würde nur davon träumen, einmal ein großes Unternehmen führen zu können. "Solange ich das Geld nicht sehe, mit dem US Airways gekauft werden soll, ist das kein Thema", sagte der Branchenexperte. Auch Susan Donofrio von Deutsche Banc Alex Brown zeigt sich skeptisch: "Eine Übernahme ist eher unwahrscheinlich." Global Airlines hätte nur sehr beschränkte Erfahrungen im Luftfahrtgeschäft.

"Diesmal meinen wir es aber sehr ernst", sagte hingegen John Scott, Sprecher von Global Airlines. Das Angebot für US Airways gelte bis Montag um Mitternacht New Yorker Zeit, es könne aber auch noch ausgedehnt werden.

Fusion mit United Airlines gescheitert

Erst vor wenigen Tagen hatten US Airways und United Airlines offiziell ihre Fusionspläne begraben, nachdem das US-Justizministerium angekündigt hatte, gegen die Fusion vor Gericht klagen zu wollen. Dem größten Zusammenschluss in der bisherigen Geschichte des Luftverkehrs wurden von Beginn an nur wenige Chancen auf eine Zustimmung eingeräumt. Die Justizbehörde befürchtete eine Beschränkung des Wettbewerbs und dadurch höhere Flugpreise. US Airways ist vor allem im Osten der USA stark vertreten. Der fusionierte Konzern hätte in der Hauptstadt Washington einen Marktanteil von rund 45 % erreicht.

Die Initiative, die geplante Fusion abzublasen, ging von United Airlines aus, die im Mai 2000 einen festen Preis von 60 $ pro US-Airways-Aktie angeboten hatte (insgesamt 4,3 Mrd. $). Seit der Ankündigung hat US Airways an der Börse jedoch mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Grund für den Kurssturz war neben den minimalen Chancen auf eine Genehmigung vor allem die schlechte finanzielle Verfassung des Unternehmens. Wegen des harten Wettbewerbs in den USA und der hohen Kostenstruktur steckt die Gesellschaft derzeit tief in den roten Zahlen.

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